Aufsichtsräte beauftragten Vorstände mit der Fusion
Tomorrow Internet und Focus Digital wollen fusionieren

Mit dem Zusammenschluss von Tomorrow Internet und Focus Digital entsteht der größte Internet-Medienkonzern in Deutschland.



Reuters FRANKFURT/MÜNCHEN/HAMBURG. Die beiden defizitären Internet Tomorrow Internet AG-Dienstleister und Focus Digital AG wollen sich zusammenschließen. Damit würde der größte Internet-Medienkonzern Deutschlands entstehen, teilten die beiden am Neuen Markt gelisteten Gesellschaft am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Die jeweiligen Aufsichtsräte hätten am Dienstag ihre Vorstände mit der Durchführung der Fusion beauftragt. Die neue Gesellschaft mit Hauptsitz in München werde unter dem Namen Tomorrow Focus AG firmieren und über einen Gesamtumsatz im dreistelligen Millionenbreich im Jahr 2002 verfügen. Beide Gesellschaft versprechen sich von dem Zusammenschluss Synergien im redaktionellen, technischen und im Vermarktungs-Bereich.

Kurz nach Handelsbeginn lagen die Aktien von Tomorrow Internet 18 % im Plus bei 5,75 Euro, die Papiere von Focus Digital legten um rund 16 % auf 5,00 Euro zu.

Zusammen publizieren beide Gesellschaften den Angaben zufolge 18 Online-Portale aus den Bereichen Nachrichten, Wirtschaft, Reise, Erotik, Entertainment und Immobilien. Die Content- und Vermarktungsangebote würde in ihrer Gesamtheit das rechweitenstärkste Portalportfolio eines Anbieters im deutschen Internet mit Marken wie Focus, TV Spielfilm, Tomorrow, Max und Playboy ergeben.

Sowohl Tomorrow Internet als auch Focus Digital schrieben im ersten Quartal 2001 rote Zahlen. Der Hamburger Internet-Medienanbieter Tomorrow Internet weitete im ersten Quartal nach früheren Angaben seinen Konzernverlust auf 3,5 Mill. Euro von 1,58 Mill. Euro in der AG im Vorjahresquartal aus. Tomorrow führte den erhöhten Verlust hauptsächlich auf Anlauf-Investitionen der Töchter Tomorrow Technologies und Bellevue AG zurück. Der Umsatz erhöhte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 67 % auf 4,72 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr 2001 rechne die Gesellschaft bei einem Umsatz von 65 (Vorjahr: 31,8) Mill. DM mit einem Netto-Verlust von 8,3 (minus 17,95) Mill. DM.

Auch die Münchner Focus Digital AG verzeichnete im ersten Quartal 2001 einen Verlust. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) belief sich nach Angaben von Mitte Mai auf minus 6,4 Mill. DM nach einem Plus von 0,6 Mill. DM im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg hingegen um 19,8 % auf 6,7 Mill. DM. Focus Digital begründete das Abrutschen in die Verlustzone mit umfangreichen Investitionen in Online-Projekte wie den Auftritt des Männermagazins Playboy.de. Eine Sprecherin wollte im Mai keine Prognosen für 2001 abgeben, verwies damals jedoch auf Analysten-Schätzungen, die von einem Ebit-Verlust von 34 Mill. DM bei einem Umsatz von 50 Mill. DM ausgingen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%