Aufsichtsräte kommen zu entscheidenden Treffen zusammen
Forster soll Mitte Mai neuer Opel-Vorstandschef werden

Der Wechsel an der Spitze der Adam Opel AG in Rüsselsheim wird konkreter: Der frühere BMW-Produktionsvorstand Carl-Peter Forster kann voraussichtlich spätestens zum 15. Mai den Vorstandsvorsitz bei Opel übernehmen. Das verlautete am Wochenende aus Unternehmenskreisen.

zel DÜSSELDORF. Der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Robert Hendry wird seinen Posten in der nächsten Aufsichtsratssitzung am 27. März aufgeben und danach die deutsche Tochtergesellschaft des US-Automobilkonzerns General Motors (GM) verlassen. Offen ist derzeit noch, ob der 56-Jährige weiter für den Konzern arbeiten wird oder sich komplett von GM zurückzieht.



Sein designierter Nachfolger Forster braucht noch die endgültige Freigabe durch seinen früheren Arbeitgeber BMW. Forster war dort nach einem Konflikt mit BMW-Vorstandschef Joachim Milberg vor einem Jahr ausgeschieden, der Vertrag lief jedoch noch weiter.



Wie dazu jetzt aus Unternehmenskreisen verlautete, wird der BMW-Aufsichtsrat wahrscheinlich in seiner nächsten Sitzung am 15. März Forster die Freigabe erteilen. Auch andere BMW-Vorstandsmitglieder waren in der Vergangenheit erst nach einer gewissen Karenzzeit zu einem neuen Arbeitgeber in der Automobilindustrie gegangen. So auch der frühere Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder, der nach mehr als einem Jahr Pause zum Volkswagen-Konzern gewechselt war.



Großes Management-Talent



Offiziell wird sowohl bei Opel als auch bei General Motors jeder Kommentar zu einem möglichen neuen Vorstandsvorsitzenden Forster abgelehnt. Opel-Chef Hendry hatte dazu lediglich gesagt, dass es mehrere Kandidaten gebe. Sein Nachfolger solle unter allen Umständen ein Europäer werden. Mehr als zehn Jahre ist Opel zuletzt von Amerikanern geführt worden. Besonders die Arbeitnehmerseite im Opel-Aufsichtsrat hatte immer wieder einen deutschen Unternehmenschef gefordert. Nach der BMW-Aufsichtsratssitzung wird sich Opel möglicherweise erstmals offen zu Forster äußern.



Der 46-jährige Forster galt bei BMW als eines der großen Management-Talente. Lediglich ein gutes Jahr war er Vorstandsmitglied für den Bereich Produktion - als ihn der Konflikt mit Konzernchef Milberg um die Zukunft bei der damaligen britischen Tochter Rover zum Ausscheiden zwang.



Intern hat sich Forster vor allem als Chef des südafrikanischen BMW-Werkes einen Namen gemacht. Davor hatte er auf mehreren Positionen in der Fahrzeugentwicklung gearbeitet. Forster war 1986 von der Unternehmensberatung McKinsey zu BMW gewechselt. Der Automobilmanager ist studierter Volkswirt und gleichzeitig ausgebildeter Luftfahrt-Ingenieur.

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