Aufsichtsrat entscheidet am Freitag
Pötsch wird neuer VW-Finanzvorstand

Beim Wolfsburger VW-Konzern zeichnet sich ein langsamer Generationenwechsel im Vorstand ab. Finanzchef Bruno Adelt hört im nächsten Jahr auf, sein Nachfolger soll am Freitag bestimmt werden. Nach unbestätigten Informationen soll Dürr-Chef Hans Dieter Pötsch den Posten übernehmen.

zel/dpa DÜSSELDORF. Der seit dem Frühjahr amtierende Volkswagen-Konzernchef Bernd Pischetsrieder beginnt mit einem langsamen Umbau des Unternehmensvorstandes. Nach Informationen des Handelsblatts soll der VW-Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Freitag den Nachfolger des im nächsten Jahr ausscheidenden Finanzchefs Bruno Adelt bestimmen. Der Wolfsburger Konzern wollte dazu am Donnerstag nicht Stellung nehmen. "Kein Kommentar", sagte ein VW-Pressesprecher.

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur soll der bisherige Vorstandsvorsitzende des Stuttgarter Technologieunternehmens Dürr AG, Hans Dieter Pötsch (51), Adelt nachfolgen. Er wird Ende nächsten Jahres seinen neuen Job antreten. So soll ein fließender Übergang gewährleistet werden, hieß es.

Aus Unternehmenskreisen war dagegen zuvor verlautet, Adelt solle den VW-Finanzbereich für den Rest seiner Amtszeit gemeinsam mit dem Nachfolger führen und so für einen gleitenden Übergang sorgen. Als Vorbild gelte dabei der Wachwechsel an der Spitze des Volkswagen-Konzerns. Bernd Pischetsrieder war mehr als ein Jahr vor seiner Berufung auf den Chefposten zu VW nach Wolfsburg gekommen, um sich an der Seite des damaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch einzuarbeiten.

Über den Nachfolger von Finanzchef Adelt hat sich Volkswagen bis zum Schluss bedeckt gehalten. Im Unternehmen hieß es dazu, dass der künftige VW-Finanzvorstand wahrscheinlich nicht aus der Autoindustrie kommen wird, aber auf jeden Fall ausgewiesene Kenntnisse aus dem Finanzbereich besitzt. Der neue Finanzvorstand soll dafür sorgen, dass sich der Ruf des niedersächsischen Unternehmens an den internationalen Finanzmärkten verbessert. Der 63-jährige Adelt arbeitet mehrere Jahrzehnte für VW.

Über lange Jahre besaß das Unternehmen wegen seiner Verschlossenheit eine schlechte Reputation in Börsen- und Finanzkreisen. Doch Adelt leitete bereits eine deutliche Veränderung ein. "Es hat sich sehr, sehr viel zum Positiven gewendet", sagte Arndt Ellinghorst, Automobilanalyst der WestLB in Düsseldorf. Defizite besitzt Volkswagen auch heute noch im angelsächsischen Raum, vor allem dort soll der Adelt-Nachfolger für ein besseres Ansehen sorgen.

Adelt - sein Vertrag läuft noch bis Ende kommenden Jahres - ist das erste der älteren Vorstandsmitglieder, die beim Wolfsburger Konzern ausscheiden werden. Außer Adelt haben auch Robert Büchelhofer (Vertrieb) und Peter Hartz (Personal) die Altersgrenze von 60 Jahren überschritten. In Unternehmenskreisen hieß es dazu, dass Konzernchef Pischetsrieder nicht auf einen schnellen Umbau des Vorstandes setzen werde. Wie im Finanzbereich soll es einen kontinuierlichen Übergang geben.

Pischetsrieder-Vorgänger Ferdinand Piëch hatte nach seinem Amtsantritt vor zehn Jahren eine gegensätzliche Politik verfolgt. Innerhalb kurzer Zeit wurde damals der Großteil der Vorstandsmitglieder ausgetauscht. Piëch verfolgte das Ziel, Schlüsselpositionen schnell mit Verbündeten zu besetzen.

Quelle: Handelsblatt

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