Aufsichtsrat leitet Untersuchung gegen Vorstand ein: Fraports letzte Mission in Manila ist gescheitert

Aufsichtsrat leitet Untersuchung gegen Vorstand ein
Fraports letzte Mission in Manila ist gescheitert

Der Flughafenkonzern Fraport ist mit einem Rettungsversuch für sein problematisches Auslandsprojekt in Manila offenbar in letzter Minute gescheitert. Fraport-Chef Wilhelm Bender hatte sich dafür in der vergangenen Woche erstmals seit zwei Jahren persönlich auf den Weg in die Philippinen gemacht - kam aber mit leeren Händen zurück.

dp/hz SINGAPUR/FRANKFURT. Damit dürften die Würfel für weitere Abschreibungen auf das umstrittene Projekt gefallen sein. Das im MDax gelistete Unternehmen will noch diese Woche eine Entscheidung über neue Wertberichtigungen treffen.

Darüber hinaus kritisiert der Aufsichtsrat das Verhalten des Fraport-Vorstandes immer schärfer. Nach Informationen des Handelsblatts hat das Kontrollgremium Anfang Februar eine Untersuchung eingeleitet, die klären soll, ob der Vorstand seiner Berichtspflicht im Manila-Projekt genügt hat. Einige Aufsichtsratsmitglieder fühlten sich nicht "dem Ernst der Lage entsprechend" informiert.

Auch deshalb hätte Bender auf der heutigen Klausurtagung des Aufsichtsrates den Mitgliedern des Kontrollgremiums gerne einen Erfolg im Streit um Fraports größtes Auslandsprojekt gemeldet. Um noch zu retten, was zu retten ist, hatte der Vorstandschef mit seiner Reise nach Manila einen letzten persönlichen Versuch unternommen. Doch trotz massiver Unterstützung des deutschen Botschafters empfing die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo Bender nicht. Allein sie besitzt jedoch die Macht, Entscheidungen in dem Projekt zu fällen. Ein Fraport-Sprecher bestätigte die Reise, wollte Details jedoch nicht kommentieren.

Das einstige Prestigeprojekt in Manila hat sich für die Frankfurter in einen Albtraum verwandelt. Arroyo will die Konditionen, die mit ihrem über Korruption gestürzten Vorgänger Joseph Estrada ausgehandelt wurden, nicht mehr akzeptieren. Die Frankfurter drehten daraufhin 2002 den Geldhahn zu. Seitdem führt Fraport mit der Regierung Gespräche über eine Entschädigung - bisher ergebnislos.

Nach Benders gescheiterter Manila-Mission sind weitere Abschreibungen nach Ansicht von Branchenkreisen kaum mehr abzuwenden. Bis Ende dieser Woche muss der Fraport-Vorstand darüber entscheiden, weil die Wirtschaftsprüfer von KPMG bis Ende März endgültig die Bilanz für 2002 fertigstellen müssen. Analysten halten Wertberichtigungen in der Größenordnung von 100 Mill. Euro für möglich. Für die Fraport-Bilanz ein schwerer Schlag: Diese Wertberichtigungen würden den Gewinn weitgehend aufzehren. Fraport erzielte 2001 einen Überschuss von rund 101 Mill. Euro. Das Jahresergebnis 2002 will Bender am 29. April vorlegen. Im Terminalprojekt in Manila steht Fraport mit 383 Mill. $ im Risiko.

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