Aufsichtsrat muss Adlink-Teilverkauf noch absegnen: United Internet will Schulden loswerden

Aufsichtsrat muss Adlink-Teilverkauf noch absegnen
United Internet will Schulden loswerden

Die am Neuen Markt notierte Holdinggesellschaft United Internet will sich ihres Schuldenproblems bis zum Jahresende entledigen. Vorstandschef Ralph Dommermuth sagte dem Handelsblatt, dass er das bei den Banken mit rund 85 Mill. Euro in der Kreide stehende Unternehmen schuldenfrei ins nächste Jahr bringen wolle.

FRANKFURT/M. Gut ein Drittel dieses Betrags könnte United Internet aus dem Teilverkauf ihrer Tochtergesellschaft Adlink an das US-Unternehmen Doubleclick erhalten. Der Online-Werbevermarkter Doubleclick hat seine Europa-Aktivitäten an den früheren Konkurrenten Adlink verkauft und United Internet gleichzeitig zugesichert, einen Teil von Adlink zu übernehmen.

Die bis Ende März gültige Vereinbarung mit Doubleclick sieht einen Verkaufspreis von 35,5 Mill. Euro für insgesamt 36 % der Adlink-Anteile vor. Dies entspricht den Kosten für die am Montag abgeschlossene Übernahme des europäischen Media-Geschäfts von Doubleclick. Dommermuth zufolge muss der Aufsichtsrat von United Internet dem Verkauf der Anteile noch zustimmen. Dann sei jedoch mit einem kurzfristigen Verkauf zu rechnen, damit die Zinsbelastung gemindert werde.

Sofern United Internet die Option in Anspruch nimmt, können auch die freien Adlink-Aktionäre mit einem Angebot rechnen. Für die gestern zu gut 2 Euro gehandelte Adlink-Aktie ist nach Unternehmensangaben ein Angebot von 3,83 Euro vorgesehen. Als das Unternehmen im April 2000 an den Neuen Markt gegangen war, hatten Erstzeichner 17 Euro für das Papier gezahlt. Michelle Lang, Analystin bei Sal. Oppenheim, rechnet fest damit, dass es zu dem Adlink-Verkauf kommt: "United Internet muss die Schuldenprobleme in den Griff bekommen." Der Deal mit Doubleclick deute jedoch darauf hin, dass das Unternehmen dazu auch in der Lage sei.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der geplanten Entschuldung des Unternehmens sind die rückwirkend für das abgelaufene Geschäftsjahr geschlossenen Gewinnabführungsverträge mit den profitablen Tochtergesellschaften 24help AG und 1&1 AG. Dommermuth zufolge wird dies dem Unternehmen zusätzlich etwas mehr als 20 Mill. Euro in die Kasse spülen. "Die dann noch verbleibenden 30 Mill. Euro an Verbindlichkeiten werden wir bis zum Jahresende abbauen können", sagte er.

Ob das Unternehmen den im August angekündigten Umsatz von 240 Mill. Euro erreicht, ist zweifelhaft. Analysten rechnen damit, dass der Umsatz zwischen 200 und 220 Mill. Euro liegen wird. Die Restrukturierungskosten für die Tochtergesellschaft Adlink abgezogen, war der Gewinn vor Steuern (EBIT) im 4. Quartal nach Unternehmensangaben in etwa ausgeglichen. Somit würde sich der Verlust bei United Internet im gesamten Jahr 2001 auf rund 40 Mill. Euro belaufen. Adlink-Vorstand Michael Kleindel hatte die Integrationskosten für das europäische Geschäft von Doubleclick in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters auf rund 10 Mill. Euro beziffert.

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