Aufsichtsrat stimmt für eine Berliner Bank
Konzept der Bankgesellschaft Berlin gebilligt

Die Bankgesellschaft Berlin hat nach einer mehrstündigen Aufsichtsrat-Sitzung mitgeteilt, dass die Bank auch künftig in eine private Rechtsform eingebunden bleiben solle. Damit schließt der Aufsichtsrat eine Rückführung der Bankgesellschaft oder einzelner Teile in eine öffentlich-rechtliche Rechtsform aus. Dies hatten die Sparkassen und Landesbanken vorgeschlagen.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Nach der Nord LB wollen auch die Sparkassen dem Land Berlin "so bald wie möglich ein substanzielles Angebot zu einer Gesamtlösung der Bankgesellschaft Berlin" vorlegen. Dies sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) dem Handelsblatt.

Die Spitzenvertreter der Sparkassen hätten sich bereits bei ihrem Treffen am Dienstag über ein Engagement bei der Bankgesellschaft weitgehend geeinigt, hieß es gestern aus Sparkassenkreisen. Das Thema sei nur deswegen vertagt worden, weil die Hamburgische Sparkasse (Haspa) mit in das Konzept eingebunden werden wolle. Dies bestätigte ein Sprecher der Haspa dem Handelsblatt: "Wir werden bis zu 50 % der Anteile der Berliner Sparkasse übernehmen, vorausgesetzt wir erhalten die unternehmerische Führerschaft." Die restlichen Anteile würden nach dem Lösungsvorschlag auf den DSGV, die Nord LB und die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam verteilt. Damit akzeptierte die privatrechtlich organisierte Haspa erstmals, in ein öffentlich-rechtliches Konstrukt in Berlin eingebunden zu werden. Voraussetzung für dieses Konzept wäre aber, dass die Berliner Sparkasse bei der geplanten Umstrukturierung aus der Bankgesellschaft herausgelöst wird.

Dies sieht auch das Angebot der NordLB vor, das sie bereits dem Land Berlin vorgelegt hat. Berlin hält 56,62 % an der Bank, die Nord LB 20 % und der Versicherungskonzern Parion 7,5 %.

Seit die Bank wegen überhöhter Immobilienrisiken in die Schieflage geraten ist, arbeiten ihre Eigner an einer neuen Konzernstruktur, für die auch eine Kapitalspritze von 2 Mrd. Euro vorgesehen ist. Über diese müssen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 29. August abstimmen.

Mit dem Angebot der NordLB ist Bewegung in die Diskussion gekommen. Der niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller hatte dem Handelsblatt gesagt, die NordLB stelle sich eine Aufteilung der Bankgesellschafts-Tochter Landesbank Berlin vor. Dabei würde die NordLB das Großkundengeschäft der Landesbank übernehmen, während das Retailgeschäft künftig zu den Sparkassen gehören würde. Dieses Angebot haben Sparkassen und Nord LB nach Angaben des DSGV miteinander abgestimmt. "Die Konzepte von Nord LB und DSGV sind voll kompatibel", sagte ein DSGV-Sprecher. Das Nord LB-Angebot war auch Thema der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Bankgesellschaft.

Vor Sitzungsbeginn hatte die Berliner Finanzsenatorin Christiane Krajewski betont, das Land lehne eine "reine Finanzholding" ab. Denn Ziel müsse es sein, eine "durchgängige Verantwortung des Vorstands" zu erreichen. Auch gelte es, die komplizierte Konzernstruktur zu vereinfachen. Ziel sei eine "starke Regionalbank in Berlin und Brandenburg", sagte sie. Den Vorschlag ihres niedersächsischen Kollegens Aller, für die Bankgesellschaft einen Doppelsitz - in Hannover und in Berlin - anzustreben, nannte Krajewski eine denkbare Lösung. Es käme aber darauf an, "was sich dahinter verbirgt." Die NordLB strebt im Falle einer Beteiligung an der Kapitalerhöhung die unternehmerische Führung in der Bank an.

Die Probleme der Bankgesellschaft belasten inzwischen auch das operative Geschäft stark: Im ersten Halbjahr 2001 hat der Konzern nach eigenen Angaben trotz Sondergewinnen nur halb so viel verdient wie im Vorjahreszeitraum.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%