Aufsichtsrat sucht einen Nachfolger
EnBW-Vorstandschef Goll zieht sich zurück

Der Vorstandschef des drittgrößten deutschen Energieversorgers EnBW, Gerhard Goll, will spätestens in einem Jahr seinen Posten räumen und in den Ruhestand gehen.

Reuters STUTTGART. Eine Sprecherin von Energie Baden-Württemberg bestätigte in Karlsruhe Äußerungen von Goll in der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagausgabe). Der Aufsichtsrat suche bereits einen Nachfolger, nachdem der fast 60 Jahre alte Goll die Verlängerung seines Mitte 2003 auslaufenden Vertrags um weitere fünf Jahre abgelehnt habe, sagte sie. Goll sagte der Zeitung, er werde sein Amt möglicherweise auch früher abgeben, je nachdem wann der neue Mann antreten könne. Das könne auch noch in diesem Jahr sein.

Für EnBW-Vorstände gilt eine Altersgrenze von 63 Jahren. "Ich will keine Extrawurst", sagte Goll der Zeitung. Der seit Gründung der EnBW 1997 amtierende Vorstandschef war früher als CDU-Politiker Mitglied der Landesregierung in Stuttgart. Eine Verlängerung des Vertrages hätte auch den im Frühjahr zunächst auf Eis gelegten Börsengang der EnBW belastet, sagte er weiter.

Sein Nachfolger müsse das von dem französischen Staatskonzern Electricite de France (EdF) beherrschte Unternehmen für zehn Jahre führen können. Der neue Mann müsse darauf achten, dass aus der Partnerschaft mit EdF kein "Vasallentum" werde, warnte Goll. Zuletzt hatte er angekündigt, sich von der 95-Prozent-Tochter Salamander ganz oder teilweise trennen zu wollen und deren Zerschlagung nicht ausgeschlossen. Goll will nach eigenen Angaben nicht in den Aufsichtsrat der EnBW wechseln. Auch eine Rückkehr in die Politik schloss er aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%