Aufsichtsrat traf keine Entscheidung
Erneute Niederlage für Babcock

Im Rechtsstreit um den Verkauf der Mehrheit an der Kieler Werft HDW hat der Maschinenbaukonzern Babcock Borsig vor dem Duisburger Landgericht am Donnerstag erneut eine Niederlage erlitten.

dpa DUISBURG. Wie bereits in der Einstweiligen Verfügung Ende Mai untersagte das Gericht dem Vorstand, ohne Zustimmung der Aktionäre Werft-Anteile zu verkaufen. Die Klage gegen den Verkauf hatte der US- Groß-Aktionär Guy Wyser-Pratte angestrengt.

Nach Einschätzung von Babcock-Sprecher Hans-Joachim Wieckmann hat das Urteil keinen Einfluss auf das weitere Verfahren. "Der Verkauf der ersten 25 Prozent HDW-Anteile war bereits vor dem Erlass der Einstweiligen Verfügung vollzogen worden und kann von keiner Hauptversammlung der Welt mehr rückgängig gemacht werden", sagte Wieckmann. Über den Verkauf der restlichen 25 Prozent soll eine bereits einberufene Hauptversammlung im August entscheiden.

Der deutsche Geschäftspartner von Wyser-Pratte, Markus Elsässer, wiederholte demgegenüber die Forderung, auch der Verkauf der ersten Tranche müsse rückgängig gemacht werden.

Die Handelskammer des Duisburger Landgerichts muss jetzt noch über einen Ordnungshaftantrag gegen Ex-Babcock-Chef Klaus Lederer entscheiden. Lederer wird von Wyser-Pratte für den Verkauf der ersten Anteilstranche verantwortlich gemacht. Lederer ist inzwischen nur noch HDW-Chef. Wann die Kammer entscheide, stehe noch nicht fest, sagte eine Gerichtssprecherin.

Der Aufsichtsrat der Babcock Borsig AG hat unterdessen nach Informationen der Nachrichtenagentur vwd auf seiner Sitzung am Donnerstag keine Beschlüsse über die Sanierung des Konzerns getroffen.

Dem Gremium sei lediglich das von Roland Berger und BDO erstellte Konzept abschließend vorgestellt worden, sagten Aufsichtsratsmitglieder im Anschluss an das Treffen in Oberhausen zu vwd. Dabei habe es zu den bisher bekannt gewordenen Forderungen "keine neuen Erkenntnisse" gegeben. Ein abschließender Beschluss über das Berger-Konzept habe der Aufsichtsrat noch nicht gefasst. Allen sei jedoch deutlich gemacht worden, dass der hier aufgezeigte Weg "ein Weg für den Konzern" sein könne, hieß es.

In der kommenden Woche wolle sich der Aufsichtsrat am Freitag erneut treffen. Bis dahin müsse auch die Haltung der Banken klar sein, die derzeit noch verhandelten. Ein Zwischenstand der Gespräche zwischen den sechs Kernbanken sei dem Aufsichtsrat nicht mitgeteilt worden.

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