Aufsichtsratbeschluss
Fraport legte Manila-Projekt auf Eis

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG hat die Finanzierung seiner größten Auslands-Investition, das Terminalprojekt in der philippinischen Hauptstadt Manila, auf Eis gelegt.

Reuters FRANKFURT AM MAIN. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft entschied am Dienstag bei einer Sondersitzung in Frankfurt, zunächst keine weiteren Finanzmittel für den Neubau des Terminals in Manila bereitzustellen. Weitere Mittel würden erst dann fließen, wenn die philippinische Regierung und die Fraport-Partner in Manila ihre Vereinbarungen einhielten. Es würden dazu laufend Gespräche geführt.

Im vergangenen Jahr war das vorläufige Ergebnis der Fraport AG durch Sonderabschreibungen bei dem Manila-Projekt in Höhe von fast 60 Millionen Euro belastet worden und um rund 22 Prozent auf 101,1 Millionen Euro gesunken. Aufsichtsratsmitglied Gerold Schaub, ver.di-Landesleiter in Hessen, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, an dem zu 85 Prozent fertig gestellten Rohbau in Manila werde weitergearbeitet, es sei noch genügend Liquidität vorhanden. Bis zum geplanten Bauabschluss im November seien aber weitere rund 80 Millionen Dollar nötig.

Nachteilige Folgen für den Standort Frankfurt und die Beschäftigten habe der Finanzierungsstopp in Manila nicht. Mögliche Auswirkungen auf das Ergebnis der Fraport AG seien indes noch nicht absehbar und hingen wesentlich von der Reaktion der philippinischen Regierung ab. Der Vorstand sei beauftragt worden, verschiedene Szenarien für den Fall eines Scheiterns des Projektes auszuarbeiten.

Der Aufsichtsrat entschied auch über den Verantwortungsbereich von Vorstandsmitglied Barbara Jakubeit, über deren Zukunft seit Wochen spekuliert worden war. Die bisher für den Flughafenausbau und die dazugehörige Öffentlichkeitsarbeit zuständige Jakubeit muss nun zum 1. Mai diesen Verantwortungsbereich an den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Manfred Schölch abgeben. Von ihm übernimmt sie dessen Ressort "Immobilienentwicklung". Die Fraport begründete die Maßnahme mit dem "weitgehend und aus Sicht des Unternehmens erfolgreich abgeschlossenen" Raumordnungsverfahren.

Die bisher von Jakubeit betreute Öffentlichkeitsarbeit werde künftig von Fraport-Vorstandschef Wilhelm Bender übernommen. Seit Mitte März waren Stimmen laut geworden, die an der Eignung von Jakubeit für das Projekt Flughafenausbau zweifelten. Auch habe sie in dieser sensiblen Angelegenheit nicht immer erfolgreich kommuniziert, hieß es.

Jakubeit war erst im November 2000 als fünftes Vorstandsmitglied in die Führungsriege berufen worden und galt als Wunschkandidatin von Hessens Ministerpräsident Roland Koch, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Fraport AG.

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