Aufspaltung ist beschlossen
Hynix besetzt Firmenspitze neu

Der südkoreanische Chiphersteller Hynix hat nach dem geplatzten Verkauf seiner Speicherchip-Sparte an den US-Konkurrenten Micron am Freitag seine Führungsspitze neu besetzt. Neuer Chief Executive Officer (CEO) werde Park Sang Ho, der bisher für das operative Geschäft zuständig war, teilte Hynix in Seoul mit.

rtr SEOUL. Die Gläubigerbanken, die das vom Hynix-Board gestoppte Geschäft befürwortet hatten, verständigten sich unterdessen auf die Aufspaltung von Hynix. Analysten halten es für wahrscheinlich, dass sich die Gläubiger noch in diesem Monat durch den Tausch ihrer Wandelanleihen in Aktien die Kontrolle über den Konzern verschaffen könnten.

Die geplante Zusammenlegung der Speicherchip-Produktion von Hynix und Micron war von Branchenexperten vor allem angesichts des Preisverfalls bei Speicherchips (DRAMs) als wichtiger Schritt für die Konsolidierung der Branche gesehen worden. Nach dem Scheitern des Verkaufs rechneten Experten mit einem erneuten Preisverfall bei den Speicherchips (DRAMs). Der Preis je Chip liegt derzeit mit weniger als drei Dollar unter den Herstellungskosten.

Der bisherige Chief Operating Officer (COO) Vorstand Park Sang Ho löst Angaben aus Seoul zufolge den aus Protest gegen die Entscheidung des Board zurückgetretenen Park Chong Sup ab. Der frühere Hynix-Chef werde im Unternehmen verbleiben und sich nun auf den Verkauf von Firmenteilen konzentrieren, die nicht mit dem Speicherchip-Geschäft zu tun haben. Park Chong Sup hatte eng mit Micron-Chef Steve Appleton zusammengearbeitet und den Verkauf der Speicherchip-Sparte von Hynix an den US-Konkurrenten angestrebt.

Gläubiger verhandeln über Zukunft von Hynix

Die Gläubigerbanken, deren Vertreter am Freitag über eine mögliche Liquidation oder den Verkauf der nicht-wettbewerbsfähigen Firmenteile von Hynix berieten, teilten mit, die Überlebenschancen von Hynix ohne Hilfe seien "sehr gering". Sie strebten die Aufspaltung der Geschäfte an.

"Wir werden möglicherweise neue Berater nehmen, um Pläne für eine Liquidation oder den Verkauf von Firmenteilen, die nicht Speicherchip-bezogen sind, auszuarbeiten", sagte Lee Youn Soo, Vize-Präsident der Korea Exchange Bank vor Beginn des Treffens zu Reuters. Am Donnerstag hatten die Gläubiger nach dem Rückzug von Micron bekräftigt, dass sie auch weiterhin an einem Verkauf von Teilen von Hynix interessiert seien. Hynix teilte zudem mit, nach dem Scheitern der Gespräche mit Micron, seine nicht-Chip-bezogenen Firmenteile verkaufen zu wollen.

Analysten halten es für wahrscheinlich, dass die Gläubiger bald ihre Wandelanleihen in Aktien umtauschen. Mit einer Beteiligung von dann 75 % an Hynix könnten sie das Board, das gegen den Verkauf gestimmt hatte, entlassen. Analysten zufolge steht dann einem etwaigen Geschäft mit Mircon nichts im Weg. Ein Micron-Sprecher wollte zu diesem Szenario keine Stellungnahme abgeben. Mit einem Umtausch der Anleihen in Aktien rechnen Analysten noch für diesen Monat.

Micron, die Nummer Zwei der Branche nach Weltmarktführer Samsung Electronics, sehen Analysten aber auch ohne Hynix gut aufgestellt. "Wenn ich Steve Appleton wäre, würde ich das vermutlich als Segen empfinden", sagte ein Analyst angesichts des Scheiterns des Deals. "Micron geht es auch ohne Hynix wunderbar." Am Donnerstag hatte sich Micron aus Verhandlungen mit Hynix über den Kauf zurückgezogen. Micron wollte für mehr als drei Mrd. Dollar alle sechs Speicherchip-Werke von Hynix kaufen.

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