Aufstiegskandidaten gegen Abstiegskandidaten
Dramatik pur in der Zweiten Liga

Die einen wollen hoch, die anderen nicht runter: Im dramatischsten Saisonfinale der Zweitliga-Geschichte konzentriert sich alles auf den Showdown zwischen den Aufstiegskandidaten und den Kellerkindern.

HB/dpa FRANKFURT/M. Handy, Radio und starke Nerven sind am Sonntag gefragt, wenn sich in den Partien Eintracht Frankfurt (59 Punkte/+23) gegen SSV Reutlingen (33/-7), Eintracht Braunschweig (34/-17) gegen FSV Mainz (59/+22) und Karlsruher SC (36/-13) gegen SpVgg Greuther Fürth (57/+21) entscheidet, wer als drittes Team nach dem SC Freiburg und 1. FC Köln den Sprung ins Oberhaus schafft und welches Duo den FC St. Pauli und Waldhof Mannheim in die Regionalliga begleiten muss.

Die besten Karten im Aufstiegskampf hält die "launische Diva vom Main" in den Händen. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung in Frankfurt. Die Baustelle Waldstadion ist mit 25 000 Zuschauern ausverkauft, selbst die Polit-Prominenz um Hessens Ministerpräsident Roland Koch drückt auf der Tribüne die Daumen. "Wenn wir gewinnen, reicht es", verkündete Eintracht-Trainer Willi Reimann zuversichtlich, warnte aber zugleich: "Wir dürfen Reutlingen nicht unterschätzen."

Die Schwaben können sich mit einem Sieg noch vor dem Abstieg retten. Pikante Fußnote der Partie: Reutlingens Torjäger Nico Frommer stürmt in der kommenden Saison für die Eintracht, könnte seinem künftigen Arbeitgeber den Aufstieg vermasseln. Der 25-Jährige will daher erst nach einem Gespräch mit Trainer Uwe Erkenbrecher entscheiden, ob er aufläuft. Frankfurts Coach Reimann lässt das Geplänkel kalt. In der Vorbereitung auf das Endspiel zog er das normale Programm durch, lediglich am Samstag wird er die Spieler im Mannschaftshotel zusammenziehen.

Sein Mainzer Kollege Jürgen Klopp flüchtete dagegen mit dem Team in die Abgeschiedenheit des Golfhotels Stromberg im Hunsrück. "Wir sind entspannt und wollen im Endspiel alles herausholen, was noch drin ist", versprach der "Harry Potter" der Liga einen heißen Fight in Braunschweig. 2300 Fans werden den Verein begleiten, Tausende die Partie auf einer Großbildleinwand in der Mainzer Innenstadt verfolgen. "Wir haben zum dritten Mal die große Chance aufzusteigen. Dieses Mal wollen wir sie nutzen", meinte Klopp, der unabhängig vom Ausgang in Mainz bleiben will.

Doch auch beim Gegner herrscht Zuversicht. "Wir werden das Wunder Klassenerhalt vollenden", versprach Braunschweigs Torwart Alexander Kunze. Innerhalb weniger Tage waren alle 23 500 Tickets für das Spiel vergriffen, Trainer Uwe Reinders glaubt daher: "Die Fans werden uns zum Sieg brüllen." Psychologisch wähnen sich die Niedersachsen im Vorteil, denn die Mainzer verspielten schon zwei Mal (1997, 2002) am letzten Spieltag den Aufstieg.

Mit einem Donnerwetter läutete Fürths Trainer Eugen Hach die "Woche der Wahrheit" ein, mittlerweile ist wieder Ruhe eingekehrt. "Wir haben nur dieses eine Endspiel", appellierte der Coach an seine Mannschaft, die nach dem 2:2 gegen Burghausen auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen muss. Gelassenheit herrscht beim KSC, der den Klassenverbleib aus eigener Kraft schaffen kann. "Wir haben keinen Druck", meinte Trainer Lorenz-Günter Köstner.

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