Auftakt der weltgrößten Branchenmesse in Le Bourget
Milliardenaufträge für europäische Luft- und Raumfahrtindustrie

Mit Milliardenaufträgen für die europäische Industrie hat am Wochenende die weltgrößte Luft- und Raumfahrtausstellung in Le Bourget bei Paris begonnen. United Airlines bestellte bis zu 100 Geschäftsflugzeuge beim französischen Hersteller Dassault, Arianespace fuhr eine Order über den Start von drei Satelliten ein.

ap LE BOURGET. Der Co-Vorsitzende des EADS-Konzerns, Philippe Camus, zeigte sich zuversichtlich, dass am Dienstag eine endgültige Entscheidung über das 17-Milliarden-Euro-Projekt des neuen Airbus-Militärtransporters A400M fällt.

Lufthansa bietet ab 2002 Internet-Zugang

 

Die Lufthansa will ihren Passagieren als erste europäische Fluggesellschaft einen Internet-Zugang an Bord eines Boeing-Jets bieten. 2002 wird eine erste Linienmaschine vom Typ B747 mit der Breitbandtechnik "Connexion by Boeing" umgerüstet. "Schon im Folgejahr soll das Internet zum regulären Lufthansa-Angebot an Bord zählen", erklärte die Fluggesellschaft am Sonntag. Auch der Boeing-Rivale Airbus will den Reisenden schon bald das Surfen über den Wolken ermöglichen und hat sich dazu in das US-Kommunikationsunternehmen Tenzing eingekauft.

Camus sagte der Zeitung "Journal du Dimanche", er hoffe, dass in Le Bourget das A400M-Projekt umumkehrbar gemacht und die Verträge mit der Industrie in den nächsten Monaten unterzeichnet würden. Am Dienstag wird Verteidigungsminister Rudolf Scharping auf der Luftfahrtschau erwartet, um die Kaufabsicht der Bundesregierung über 73 A400M zu bekräftigen. Neun europäische Staaten wollen insgesamt mehr als 200 Exemplare des Militärtransporters kaufen, Deutschland wäre der größte Abnehmer. Das noch zu entwickelnde Flugzeug soll bei der Bundeswehr die alten Transall-Maschinen ablösen. Der Bundesrechnungshof hat die Pläne als unwirtschaftlich kritisiert.

EADS strebt Platz 2 an

Camus erklärte weiter, der aus der Fusion der deutschen DASA, der französischen Aerospatiale-Matra und der Casa aus Spanien hervorgegangene EADS wolle bis Ende des Jahres vom dritten auf den zweiten Platz in der Branche hinter Boeing vorrücken. Der Umsatz solle um 20 % gesteigert werden. EADS habe Bestellungen im Wert von 170 Mrd. ? in den Auftragsbüchern. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ist Hauptaktionär von Airbus, baut Hubschrauber (Eurocopter), Militärflugzeuge (Eurofigher, Dassault) und ist über Arianespace und MBDA im zivilen und militärischen Raketengeschäft vertreten.

Zum Messeauftakt fuhr Dassault Festbestellungen über 40 Jets und Optionen über den Verkauf von weiteren 60 ein. Auftraggeber ist die United-Airlines United Bizjets Holdings. -Tochter Der Gesamtwert des Vertrags beläuft sich auf fast drei Mrd. ?. Arianespace schloss mit dem US-Satellitenunternehmen PanAmSat einen Vertrag.

Concorde soll im September wieder fliegen

Elf Monate nach dem Concorde-Absturz bei Paris zeigte sich der EADS-Chef zuversichtlich, dass das Überschallflugzeug im September wieder abhebt. "Wir haben den Unfall verstanden und Lösungen definiert, damit er sich nicht wiederholen kann", sagte Camus der Zeitung. Wenn die zivilen Luftfahrtbehörden der Concorde die Zulassung zurückgäben, wäre er gern beim ersten Flug mit an Bord. Derzeit läuft ein Umrüstungsprogramm, das unter anderem die Verstärkung der Tanks mit dem Spezialkunststoff Kevlar und neue Reifen umfasst.

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