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Auftakt für VW-Tarifrunde: Keine Aussicht auf schnelle Einigung

Ohne Aussicht auf eine schnelle Einigung haben am Mittwoch in Hannover die Tarifverhandlungen bei Europas größten Autobauer Volkswagen begonnen. Die Forderungen auf beiden Seiten liegen weit auseinander. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine unterstrich zu Beginn des ersten Treffens gleichwohl, die Gewerkschaft sei zu konstruktiven Gesprächen bereit.

dpa-afx HANNOVER. Ohne Aussicht auf eine schnelle Einigung haben am Mittwoch in Hannover die Tarifverhandlungen bei Europas größten Autobauer Volkswagen begonnen. Die Forderungen auf beiden Seiten liegen weit auseinander. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine unterstrich zu Beginn des ersten Treffens gleichwohl, die Gewerkschaft sei zu konstruktiven Gesprächen bereit.

Er hoffe, der Konzernvorstand habe der Verhandlungskommission mit auf den Weg gegeben, die Lage nicht noch weiter anzuheizen, sagte Meine. VW-Finanzvorstand Dieter Pötsch hatte vor kurzem mit Äußerungen für deutlichen Ärger gesorgt, die andeuteten, dass 30 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen könnten.

VW-Personalchef Josef-Fidelis Senn sagte zum Auftakt der Gespräche, er gehe davon aus, einen Tarifvertrag hinzubekommen, der es ermöglichen werde, in ganz Deutschland die über 176 000 Konzern-Arbeitsplätze zu sichern. Dies könne aber nur erreicht werden, wenn es entsprechende Kostensenkungen gebe.

Forderungen

Die Tarifverhandlungen gelten für die 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Volkswagen-Werken, die nach dem Haustarifvertrag eingestellt sind. Dieser Vertrag endet am 30. September. Ein Streik wäre nach dem Ende der Friedenspflicht Ende Oktober möglich. Es wäre der erste echte Streik bei dem Wolfsburger Unternehmen.

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn und Arbeitsplatzgarantien, die mit konkreten Produktionsentscheidungen abgesichert werden sollen. Volkswagen will angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen. Der Haustarif soll ab 2005 auslaufen, Neueinstellungen sollen nur noch nach dem niedrigeren Flächentarif erfolgen. Der Konzern will bis 2011 die Arbeitskosten um 30 % reduzieren.

Kritik AN IG Metall

Unmittelbar vor Beginn der Gespräche war erneut massive Kritik an der Lohnforderung der IG Metall laut geworden. Der Wirtschaftsweise Professor Wolfgang Wiegard sagte der "Bild"-Zeitung: "Eine Forderung von vier Prozent bei Volkswagen ist völlig überzogen." IG Metall - Bezirkschef Hartmut Meine dagegen verteidigte die Forderung und drohte mit Warnstreiks. Nullrunden werde die IG-Metall nicht mitmachen. Rund 97 % der VW-Arbeiter sind in der Gewerkschaft organisiert. "Wir verhandeln aus einer Position der Stärke", hat Meine deshalb immer wieder betont.

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