Auftakt seines Deutschlandbesuchs - Rede im Bundestag am Nachmittag
Putin trifft Rau

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag in Berlin seinen dreitägigen Deutschlandbesuch begonnen. Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen traf Putin in Schloss Bellevue mit Bundespräsident Johannes Rau zusammen. Im Mittelpunkt seiner Gespräche in Deutschland sollten die Terroranschläge in den USA und die Folgen stehen.

afp BERLIN. Russland hatte sich am Vortag bereit erklärt, die USA bei einem möglichen Angriff auf Afghanistan zu unterstützen. Das Land wollte sich an möglichen "Such- und Rettungsmissionen" beteiligen und unter anderem die afghanische Opposition militärisch unterstützen. Für "humanitäre Missionen" solle den USA eine Überfluggenehmigung erteilt werden. Nach seinem Treffen mit Rau wollte Putin am Mittag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammentreffen. Am Nachmittag sollte der russische Präsident eine Ansprache im Bundestag halten.

Neben der Bekämpfung des Terrors sollten die NATO-Erweiterung und die Lage in Mazedonien weitere Themen des Besuchs sein. Putin, der auf Einladung Raus erstmals seit seinem Amtsantritt zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland kommt, wird von seiner Ehefrau Ludmilla begleitet. Am Mittwoch reist der russische Präsident nach Düsseldorf, wo er Nordrhein-Westfalens Regierungschef Wolfgang Clement (SPD) treffen wollte. Am Abend fliegt der russische Präsident weiter nach Dresden, wo er am Donnerstag die Baustelle der Frauenkirche besichtigt und eine Fahrt auf einem Raddampfer unternimmt.

Unmittelbar vor Beginn seines Deutschlandbesuches hatte Putin die Deutschen aufgerufen, eine selbstbewusstere Rolle in der Welt einzunehmen. Die Bedenken vieler deutscher Intellektueller, die vor "Deutschtümelei und Großmannssucht" warnten, seien unangebracht, sagte Putin der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. "Kein Land darf ewig unter der Schuld leiden, die es einmal in der Geschichte auf sich geladen hat", betonte der russische Präsident. Deutschland gehöre zu den "führenden Partnern" Russlands, sagte Putin weiter. Er wolle bei seinem Besuch die "deutsch-russischen Beziehungen festigen und neue Perspektiven für den Platz Russlands in Europa aufzeigen". Ausdrücklich würdigte Putin seine guten Beziehungen zu Schröder und lobte dessen Engagement für die Ostpolitik. Er habe einen "sehr engen persönlichen Kontakt" zu Schröder, hob der russische Präsident hervor.

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