Auftaktsieg gegen Kuba
Volleyballerinnen peilen nächsten Coup an

Die deutschen Volleyballerinnen haben nach dem Sensations-Erfolg gegen Kuba an Selbstbewusstsein gewonnen. Jetzt wollen die Spielerinnen von Bundestrainer Hee Wan Lee auch gegen die USA für eine Überraschung sorgen.

HB ATHEN. Sie waren mit sich und der Welt zufrieden. Nur einige Stunden zuvor hatten die deutschen Volleyballerinnen ihr Auftaktmatch gegen keine geringere Mannschaft als Olympiasieger Kuba gewonnen. Dass der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes gleich zu Beginn des olympischen Turniers ein solcher Paukenschlag gelingt, damit hätten selbst die größten Optimisten nicht gerechnet.

Entsprechend glücklich saß die Mannschaft nach dem grandiosen 3:2-Erfolg gegen Titelverteidiger Kuba bei ihrem Sponsor zusammen. Dieser Triumph hat das Selbstbewusstsein im DVV-Team vor dem zweiten Vorrundenspiel am Montag (18.30 Uhr) gegen den Weltmeisterschafts-Zweiten USA enorm gestärkt. Mit einem Glas Saft prosteten sich die deutschen Damen zu.

«Im Olympischen Dorf haben uns alle gratuliert, das war schon ein schönes Gefühl», sagte Tanja Fürst. Es sei schon ein tolle Erfahrung, so die 19-Jährige, wenn man auf einmal so stark von den anderen Sportlern wahrgenommen würde. Für ihr Spiel wurde die Mittelblockerin von Bundestrainer Hee Wan Lee übrigens mit Lob bedacht. «Sie hat wirklich sehr, sehr gut gespielt», sagte Lee. Und eine solche Aussage bedeutet für den zurückhaltenden deutschen Cheftrainer eine Menge. Als Fürst das Lob hörte, war ihr die Freude anzusehen.

Es war einfach ein unglaubliches Spiel, sagte die Spielerin des Dresdner SC. Und damit bezog sich Fürst auf den 0:2-Satzrückstand, den das Team aber mit einer unglaublichen kämpferischen Leistung wettmachen konnte. «Bei uns stimmt es in der Mannschaft einfach, da kämpft jeder für jeden.» Trotz dieses Überraschungscoups gegen die Kubanerinnen bleiben die deutschen Damen aber auf dem Boden. «Wir wollen weiterhin die Vorrunde überstehen und ins Viertelfinale einziehen», sagte Fürst.

Das bleibt auch das Ziel von Hee Wan Lee, «auch wenn dieser Sieg dazu beitragen wird, dass wir in die nächste Partie viel befreiter und mit größerem Selbstbewusstsein gehen können». Der DVV-Coach ist selbst überglücklich über diesen Erfolg, von dem er sich einen weiteren Schub für den Volleyballsport in Deutschland erhofft.

Für Lee war es in seiner fünfjährigen Amtszeit der erste Erfolg gegen die erste Garnitur der Kubanerinnen. «In Europa befanden wir uns mit den anderen Teams bereits auf einer Stufe, jetzt wird man auch weltweit nicht mehr sagen können, die deutschen Volleyballerinnen schlagen wir.»

Bei der Europameisterschaft im Vorjahr hatte Deutschland Platz drei belegt. Bereits mit der überraschenden Olympia-Qualifikation sei seinen Spielerinnen ein wichtiger Schritt gelungen, international weiter an Reputation zu gewinnen, stellte der Bundestrainer fest. Im entscheidenden Qualifikationsspiel in Baku hatte sich die DVV-Auswahl mit einem 3:0 gegen die Türkei durchsetzen können und sich damit das Olympia-Ticket gesichert.

«Ich weiß gar nicht, was ich vor Glück sagen soll. Jetzt müssen wir dieses tolle Erlebnis erst einmal sacken lassen, dann konzentrieren wir uns auf unseren nächsten Gegner», sagte Olesja Kulakova. Und Judith Sylvester, die wegen einer Verletzung nur kurzzeitig eingewechselt werden konnte, hofft darauf, dass sich dieser Aufwärtstrend fortsetzen lässt. «Dass es so gut für uns gelaufen ist, hängt entscheidend mit dem Teamgeist zusammen», sagt auch die 26-Jährige.

Sylvester hofft, dass die Aufmerksamkeit, die seit diesem Samstag der deutschen Mannschaft gilt, noch lange anhalten wird. «Die USA sind ohne Frage ein schwerer Gegner, aber wenn wir auch gegen sie unser Spiel machen, ist auch hier ein Sieg möglich», sagte die gebürtige Berlinerin.

In der Sechsergruppe des Pools B müssen die DVV-Ladies noch gegen den Olympia-Zweiten Russland, die Chinesinnen und den Außenseiter aus der Dominikanischen Republik antreten. «Aber einen Sieg haben wir schon, jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht.»

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