Aufteilung ein individuelles Problem
Rentenfonds bringen Stabilität ins Depot

Schon Börsenguru Kostolany wusste: Wer gut schlafen will, kauft Anleihen; wer gut essen will, kauft Aktien. Mittlerweile sind viele übermüdete Anleger aber auf der Suche nach schwankungsärmeren Investments. Hier bieten sich Rentenfonds an. Die richtige Aufteilung zwischen Aktien und Renten bleibt aber ein individuelles Problem.

DÜSSELDORF. Der jüngsten Kurserholung an den Aktienbörsen trauen viele Investoren nicht so recht über den Weg. Angesichts der Gefahr neuer Anschläge bleibt das Stimmung von Verunsicherung geprägt. Mehr denn je denken viele Anleger darüber nach, einen Teil der Gelder in weniger risikobehaftete Anlageformen wie Anleihen zu investieren.

"Anleger sollten jetzt nicht den Fehler machen, Aktienanlagen ganz zu verschmähen", warnt Günter T. Schlösser, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Portfolio Concept, "aber ein individuell angemessener Anteil an Renten im Depot bringt Stabilität in die Anlage." Für den Rententeil im Depot bietet sich ein Fondsinvestment an, da sich der Anleger nicht um Dinge wie Titelauswahl oder Laufzeitgewichtung kümmern muss.

Als Orientierung zur Fondsauswahl hat das Fondsresearch-Haus Feri Trust für das Handelsblatt alle Rentenfonds der Kategorien "Welt" und "Euro- Land" zusammengestellt, die das Top- Rating "A" bekommen haben. Das Feri-Rating mit den Stufen A bis E berücksichtigt die Faktoren "Performance" (Wertentwicklung) und "Risiko". Ein gutes Rating bedeutet also, dass der Fonds über einen mittelfristigen Zeitraum eine stabile, überdurchschnittliche Performance mit relativ geringem Risiko bietet.

Welcher Rentenanteil im Depot der passende ist, lässt sich pauschal nicht sagen. "Hier spielen Faktoren eine Rolle wie Lebensalter des Anlegers, der Anlagehorizont und die sonstigen Vermögensposten", erklärt Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fonds-Consult Asset Management in München.

Optimale Rentenquote schwierig zu definieren

Außerdem hängt die Quote von der Art der Anlage ab: Wer zum Beispiel über einen Sparplan ein Vermögen aufbauen will, kann sich dank des Cost- Average-Effektes eine höhere Aktienquote leisten als ein Anleger, der eine Einmalanlage tätigen will. Der so genannte Cost-Average-Effekt ergibt sich daraus, dass bei einem Sparplan regelmäßig ein fixer Betrag investiert wird. Sind die Kurse niedrig, bekommt der Anleger entsprechend mehr Fondsanteile für diese Summe. Sind die Kurse hoch, kauft er weniger - er verhält sich automatisch antizyklisch.

"Bei der Einmalanlage investiere ich eine größere Summe auf einen Schlag, hier sollte aus Sicherheitsüberlegungen ein größerer Teil in Rentenfonds investiert werden", meint Sälzle. Auch Schlösser nennt als Faustregel, dass bei einer Einmalanlage rund 45 % in Rentenfonds investiert werden sollten. Bei einem Sparplan könne diese Quote auf bis zu 20 % herunter gefahren werden.

Ebenso wie eine exakte Rentenquote nur individuell zu bemessen ist, bleibt es eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft, ob der Rentenanteil in einen Fonds mit Schwerpunkt Euro- Land oder in ein weltweit anlegendes Produkt angelegt wird. "Die internationalen Produkte bieten einen Schnaps mehr Rendite, daher würde ich sie bevorzugen", sagt Portfolio Concept-Experte Schlösser. Anleger sollten angesichts des Währungsrisikos bei diesen Produkten einen längeren Atem von mindestens drei bis fünf Jahren mitbringen, meint Sälzle.

Neben den weltweit anlegenden Fonds mit dem Feri-Rating "A" in der Tabelle gefallen dem Portfolio-Concept-Experten Schlösser der ACM Global Bond Fonds (WKN 986 419) und der Morgan Stanley Sicav Global Bond Fonds (WKN 973 405). Auch sie hätten sich in der Vergangenheit überdurchschnittlich entwickelt. Fondsconsult- Experte Sälzle legt Anlegern den ABN - Amro Global Bond Fund (WKN 973 927) ans Herz. Aus der Tabelle gefällt ihm der Dit-Fonds am besten.

Wem reine Euro-Fonds zu langweilig sind, der kann auch einen Rentenfonds beimischen, der in Anleihen der Beitrittskandidaten der Europäischen Union (EU) investiert, wie Polen oder Ungarn. "Hier empfehlen wir den Vontobel Eastern European Bond Fund, der in den vergangenen drei Jahren im Schnitt pro Jahr knapp 14 % Rendite gebracht hat", sagt Sälzle (WKN des Fonds: 987 182).

Das Fondsmanagement investiere nur in Anleihen von Emittenten mit hoher Bonität (durchschnittl. Rating: A). Durch die Annäherung an die EU würden sich die Zinsniveaus der Beitrittskandidaten dem EU-Schnitt anpassen, und so tendenziell sinken, was die Papiere im Kurs steigen lasse.

Nicht vergessen sollten Renten-Anleger, dass die laufenden Zins-Erträge aus Rentenfonds - auch wenn sie re-investiert (thesauriert) werden - steuerpflichtig sind. Das kann ein wichtiger Punkt bei der Anlage sein - besonders für Anleger, die ihre Sparer-Freibeträge schon ausgeschöpft haben.

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