Auftragseingänge lagen unter den Erwartungen
Holzmann schließt mit 50 Millionen Verlust ab

Der Baukonzern Philipp Holzmann hat im Geschäftsjahr 2000 seine Ergebnisziele wie erwartet verfehlt und hat das Erreichen der Gewinnschwelle nun für dieses Jahr angekündigt.

Reuters FRANKFURT. Mit einem Fehlbetrag von 50 Mill. Euro im Konzern und von 20 Mill. Euro in der AG sei die im vergangenen Jahr angestrebte schwarze Null nicht erreicht worden, teilte der Baukonzern, der Ende 1999 noch vor dem Aus stand, am Mittwoch in Frankfurt mit. Auf Grund des Konzernumbaus und angesichts der gegenwärtig zu überblickenden konjunkturellen Entwicklung sollte jedoch 2001 ein positives Konzernergebnis erreichbar sein. Nachdem die Sanierung der Firma abgeschlossen sei, werde nun die Restrukturierung weiter voran getrieben, hieß es. Die Holzmann-Aktie gab im frühen Handel in einem freundlichen Börsenumfeld 1,6 % auf 18,40 Euro nach.

Der für die Sanierung Holzmanns in den Konzern berufenen Vorstandsvorsitzende Konrad Hinrichs hatte im vergangenen Jahr zunächst ein leicht positives Ergebnis angekündigt, das er aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft jedoch zurücknehmen musste. Auch am Mittwoch verwies Hirichs auf die "desolate inländische Baukonjunktur". Sowohl die Auftragseingänge als auch die Bauleistung seien hinter den Erwartungen zurück geblieben. Zusätzlich belastet worden sei das Ergebnis durch nicht genehmigte oder verzögerte Nachtragsleistungen sowie unplanmäßige Änderungen beim Verkauf von Immobilien.

Konzernleistung um etwa 5 % gestiegen

Holzmann teilte weiter mit, die Konzernleistung sei im vergangenen Jahr um etwa 5 % auf 6,6 Mrd. Euro gestiegen. Dabei habe ein um 17 % gestiegenes Auslandsvolumen die um 7 % geschrumpfte Inlandsleistung aufgewogen. Der Auslandsanteil belaufe sich somit mittlerweile auf 55 % der Gesamtleistung. Um 10 % auf 6,5 Mrd. Euro zurück gegangen seien die Auftragseingänge. Der Bestand habe Ende 2000 mit 7,2 Mrd. leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen. Auch hier hätten Zuwächse außerhalb Deutschland die inländische Schwäche teilweise wett gemacht, wobei sich vor allem das US-Geschäft stark entwickelt habe.

Ungeachtet des verfehlten Ergebnisziels 2000 zeigte sich Hinrichs über die Sanierungsfortschritte und Zukunftsperspektiven des Konzerns zufrieden und optimistisch. Philipp Holzmann werde die Restrukturierung mit Nachdruck fortsetzen und die begonnenen Maßnahmen konsequent zum Abschluss bringen. Sollten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung zusätzliche Eingriffe notwendig werden, würden diese unverzüglich in Angriff genommen, hieß es. Änderungen werde es beim Prozessmanagement geben, wo künftig die Nachunternehmer bereits in Planung und Gestaltung der Abläufe eingebunden werden sollen. Im Ausland werde sich Holzmann auf die ertragsstarken Geschäftsfelder konzentrieren und seine Ressourcen entsprechend umschichten.

Hinrichs zufrieden mit Sanierungsfortschritten

Konzernchef Hinrichs verwies auf die einschneidenden Sanierungsmaßnahmen, die sich der Konzern im vergangenen Jahr nach der finanziellen Krise auferlegt hatte. So sei im Inland die Zahl der Niederlassungen um 25 auf 15 verringert und der Personalbestand um insgesamt 5 500 auf 22 900 Mitarbeiter abgebaut worden. Deutlich reduziert worden sei auch die Zahl der Beteiligungen, die von ursprünglich 600 in diesem Jahr um weitere 100 auf dann etwa 300 bis 350 Beteiligungen zurück gefahren werden sollen. Auch wurden Grundstücke und Immobilien im Wert von etwa 358 Mill. Euro abgestoßen. Mit Blick auf die Sanierungsfortschritte verwies Hinrichs nochmals darauf, dass nach wie vor die Genehmigung der Europäische Union (EU) für die zugesagten Bundesmittel in Höhe von 250 Mill. DM für den Wiederaufbau des Konzerns ausstehe.

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