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Auftragseingang der deutschen Industrie im Juli überraschend stark

Die deutsche Industrie hat im Juli dank der starken Nachfrage aus dem Ausland wieder deutlich mehr Aufträge erhalten und den im Juni erlittenen Einbruch fast aufgeholt. Volkswirte erwarten im zweiten Halbjahr aber weiterhin eine nachlassende Wachstumsdynamik.

dpa-afx BERLIN. Die deutsche Industrie hat im Juli dank der starken Nachfrage aus dem Ausland wieder deutlich mehr Aufträge erhalten und den im Juni erlittenen Einbruch fast aufgeholt. Volkswirte erwarten im zweiten Halbjahr aber weiterhin eine nachlassende Wachstumsdynamik.

Wie das Bundesministerium für Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit am Montag in Berlin mitteilte, sind die Auftragseingänge saisonbereinigt um 3,0 % zum Vormonat geklettert. Von AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt einen deutlich geringeren Anstieg von 1,2 % erwartet. Im Juni waren die Auftragseingänge noch um revidiert 3,3 % eingebrochen.

Grund für den kräftigen Zuwachs waren insbesondere höhere Bestellungen aus dem Ausland, die um 5,2 % zulegten. "Dies unterstreicht, dass der Exportsektor der wesentliche Konjunkturmotor in Deutschland bleibt", sagte Volkswirt Gregor Beckmann von Hsbc Trinkaus & Burkhardt. Auch die Inlandsaufträge nahmen nach der schwachen Entwicklung in den vorangegangenen Monaten um 1,0 % zu.

Nicht VON Dauer

Trotz der kräftigen Belebung warnten Volkswirte vor allzu großem Konjunkturoptimismus. Die hohen Zuwachsraten im Juli seien eine Gegenbewegung zu den schwachen Daten im Vormonat, sagte Volkswirt Andreas Rees von der Hypovereinsbank. Der Chefvolkswirt von Invesco Asset Management, Jörg Krämer, rechnet in den kommenden Monaten beim Auftragseingang und der Industrieproduktion mit Stagnation oder sogar leichten Rückgängen. Die schwache Binnennachfrage könne die nachlassende Auslandsnachfrage in Folge der weltweiten Konjunkturabkühlung nicht kompensieren. Krämer rechnet wie die Mehrheit der Volkswirte damit, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr schwächer wächst als in den ersten sechs Monaten.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) ist das Ordervolumen in der Industrie saisonbereinigt um 1,3 % zurückgegangen. Dabei gab die Nachfrage nach Investitionsgütern um 1,3 % nach, die nach Konsumgütern um 0,6 %. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bestelltätigkeit im Juni/Juli deutlich um 7,7 % angestiegen. Die Auslandsbestellungen nahmen dabei um 10,6 % zu, die aus dem Inland um 5,3 %.

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