Auftragseingang im Inland im Jahr 2000 um eine halbe Mrd. DM unter Plan
Philipp Holzmann rutscht tiefer in die roten Zahlen als erwartet

Der angeschlagene Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann AG hat das Jahr 2000 mit einem größeren Verlust abgeschlossen als zunächst berichtet. Nach Unternehmensangaben beträgt der Jahresfehlbetrag des Konzerns wegen nochmals aufgestockter Rückstellungen jetzt 156 Mill. DM anstatt 100 Mill. DM, wie noch im März mitgeteilt. Analysten hatten zwar Schlimmeres erwartet. Angesichts der weiterhin schlechten Baukonjunktur im Inland bleiben die Branchenexperten mit Blick auf die Zukunft des Baukonzerns aber äußerst skeptisch.

jkn/HB FRANKFURT/M. Ursache für den größeren Fehlbetrag seien eine Vorsorge für Steuerzahlungen ( 30 Mill. DM), höhere Rückstellungen für Drohverluste (16 Mill. DM) sowie weitere Bilanzmaßnahmen (10 Mill. DM). Dennoch hält Holzmann an der Prognose fest, im laufenden Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Das erste Quartal läge im Plan, hieß es. Dessen ungeachtet gab die Aktie des Bauriesen bis zum Mittag um mehr als 4 % nach.

Das Unternehmen machte erneut das überraschend schlechte Inlandsgeschäft für den hohen Fehlbetrag verantwortlich. Nach Handelsblatt-Informationen lag die Bauleistung des Konzerns im Inland im vergangenen Jahr um 318 Mill. DM unter Plan. Der Auftragseingang verfehlte das Inlandsbudget sogar um 507 Mill. DM. Das geht aus Zahlen hervor, die das Holzmann-Management den Gläubiger-Banken vor wenigen Wochen vorgelegt hat.

Danach entfallen vom Betriebsverlust des Konzerns in Höhe von 231 Mill. DM allein 156 Mill. DM auf das Inlandsgeschäft, weitere 139 Mill. DM müssen den inländischen Beteiligungen zugerechnet werden. Wie dramatisch die Situation war, zeigt der Blick auf einzelne Hauptniederlassungen des Konzerns.

So fuhr die mittlerweile geschlossene Niederlassung Stuttgart im vergangenen Jahr rote Zahlen in Höhe von 90 Mill. DM ein. In Berlin steht ein Betriebsverlust von 51 Mill. DM in den Büchern. Die Tochter Imbau steuerte einen Verlust von 70 Mill. DM bei.

Zwar entfielen von der Bauleistung des Konzerns im vergangenen Jahr laut Holzmann immerhin 60 % auf das profitable Auslandsgeschäft. Doch dessen Erträge reichten nicht aus, um die hohen Verluste des Inlands zu kompensieren. So betrug das Betriebsergebnis in den USA nach Handelsblatt-Informationen 41 Mill. DM, die ausländischen Beteiligungen erreichten ein Ergebnis von 47 Mill. DM.

Dennoch bleibt Holzmann-Chef Konrad Hinrichs vorsichtig optimistisch. Angesichts der schlechten Rahmenbedingungen habe sich das Unternehmen stabilisiert, hieß es.

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