Aufwärtstendenz könnte nur von kurzer Dauer sein
Dax-Ausblick: Bärenmarkt-Rally ist noch nicht vorbei

Analysten erwarten für die laufende Woche freundliche Kurse. Sie warnen gleichzeitig, dass die jüngste Aufwärtsentwicklung die Indizes zu schnell in positives Terrain geführt habe. Ein erneuter Rückgang sei daher auch kurzfristig nicht auszuschließen. Mittelfristig werde es beim Deutschen Aktienindex Dax aber wieder aufwärts gehen.

DÜSSELDORF. Analyst Achim Matzke von der Commerzbank ist zuversichtlich: "Der Dax könnte nächste Woche aus der Kernzone zwischen 6 000 und 6 200 Punkten nach oben ausbrechen", sagt der Experte. Der Grund: Die Stimmung auf dem Aktienmarkt - insbesondere in den USA - habe sich wieder verbessert. Bei zahlreichen Aktien habe es aus technischer Sicht Kaufsignale gegeben. Matzke nennt beispielsweise BMW , die französische Investmentbank Paribas, Peugeot oder Pharma-Riese .

Sein Fazit für Privatanleger lautet daher eindeutig - jetzt kaufen. "Irgendwann muss man damit aufhören, ausschließlich negative Dinge zu sehen." Sonst werde der Einstieg verpasst, falls der Aktienmarkt dreht. Daher rät Matzke Kleinanlegern, ihre defensive Haltung jetzt aufzugeben.

7 300 Dax-Punkte in sechs Monaten

Anlagestratege Tammo Greetfeld von der Hypo-Vereinsbank ist für die kommende Börsenwoche ebenfalls positiv gestimmt. "Wir sind zuversichtlich, dass der Dax in Richtung 6 290 Punkte steigt." Er sieht sogar gute Chancen, dass Index diese Marke nach oben überwinden kann. "Das wäre eine weitere erfolgreiche Etappe auf dem Weg zu unserer Prognose von 7 300 Dax-Punkten auf 6-Monats-Sicht", sagt der Experte.

Zwei Faktoren könnten die positive Entwicklung unterstützen. Zum einen glaubt Greetfeld, dass sich die US-Konjunkturdaten wieder besser entwickeln, und den Aktienmärkten auch in Euroland Auftrieb geben werden. Außerdem stehe eine Summe von 45 Mrd. ? an ausgeschütteten Dividenden allein von Unternehmen aus dem Euro-Stoxx-Index zur Neuanlage bereit. Greetfeld erwartet eine überdurchschnittliche Entwicklung der Branchen Technologie, Telekom, Chemie und Einzelhandel.

Korrektur bis auf 5 800 Punkte denkbar

Eine etwas skeptischere Einschätzung liefert Michael Riesner von der DG Bank . Der technische Analyst glaubt, dass der Dax kurzfristig zwar in Richtung 6 300 bis 6 400 Punkte marschieren kann, dann aber eine weitere Korrektur bis auf 5 800 Dax-Punkte wahrscheinlich sei. "Die Bärenmarktrally ist noch nicht vorbei", sagt Riesner.

Auch in den USA sei die Stimmung zurzeit zu optimistisch. Sollte der Dow Jones unter die 11 000-Punkte-Marke fallen, sei es wahrscheinlich, dass der Index rapide fallen könnte und Abwärtspotenzial bis 10 200 Punkte besitze. Riesner rät Privatanlegern, sich eher zurückzuhalten. "Momentan sollten Kleininvestoren nichts tun oder - sofern sie engagiert sind - Gewinne absichern", sagt er. Ein neuer Einstieg könne dann bei tieferen Kursen erfolgen.

Deutsche Telekom legt Quartalszahlen vor

Besondes spannende Unternehmenstermine stehen in der kommenden Woche kaum auf der Agenda. Die Quartalsberichte wurden fast vollständig veröffentlicht. "Anfang der Woche werden sich die neuen Details zur Umstellung der MSCI-Indizes deutlich an den Börsen niederschlagen", sagt Commerzbank-Experte Matzke. Eine neue Zusammenstellung dieser Indizes dürfte insbesondere große institutionelle Anbieter zu Umschichtungen veranlassen.

Ansonsten setzt sich die Saison der Hauptversammlungen fort. Interessiert dürften zahlreiche Aktionäre auf die ausführliche Vorstellung der Quartalszahlen von der Deutschen Telekom schauen, die Vorstand Ron Sommer am Mittwoch präsentieren wird. Auch T-Online legt Mittwoch seine Zahlen für das erste Quartal vor:

TerminUnternehmen
Montag

Hypo

-Vereinsbank (1. Quartal)
Dienstag

Hypo

-Vereinsbank (HV)
Dienstag

Jenoptik

(HV/1. Quartal)
Dienstag

MAN

(1. Quartal)
MittwochConsors (HV)
MittwochDeutsche Telekom (1. Quartal)
MittwochFresenius MC (HV)
MittwochT-Online (1. Quartal)
Freitag

Commerzbank

(HV)
Quelle: DG Bank

Die GZ-Bank riet in den vergangenen Wochen zu vorsichtigem Agieren am Aktienmarkt. Die Gefahr größerer Rückschläge sehen die Analysten nun als gering an. Sie glauben, dass sich die schwachen Kurse mittelfristig wieder erholen werden. Privatanlegern raten die Experten daher, an schwächeren Tagen Aktien von PSA Peugeot , Citroen , UBS und Total Fina Elf zu kaufen.

Die DG Bank hat die Liste ihrer Top-15-Empfehlungen verändert. Heraus gefallen ist LPKF Laser. Die Analysten sehen kurzfristig das Kursanstiegspotenzial besonders wegen der globalen Konjunkturabkühlung beschränkt. Das High-Tech-Unternehmen soll unter der schwachen Elektroindustrie leiden, besonders unter dem Nachfragerückgang im Leiterplattengeschäft.

In die Top-Liste aufgerückt ist für LPKF nun die Wella-Aktie. Wella legt am Dienstag Quartalszahlen vor. Die Ankündigung, sich künftig auch im US-Einzelhandel zu betätigen, eröffne für den Wert neue Phantasie. Auf Sicht von einem halben Jahr prognostizieren die Experten ein Kursplus von 15 %. Außerdem rangieren in der Liste die Titel Aixtron , DEAG , Deutsche Bank , Evotec , Fielmann , International Media, K+S (zuvor "Kali und Salz"), Mühlbauer, RWE , Syskoplan , Wedeco und unter den Aktien aus Euroland Elsevier , ING und die -Aktie.

Wir haben die strategischen Anlageempfehlungen von der DG Bank für die Dax-30-Werte in folgender Tabelle für Sie zusammengestellt:

DG Bank

UnternehmenGewinn 2000eGewinn 2001eAnlageurteil

Adidas

-Salomon
4,545,35Halten
Allianz11,4113,47Halten

BASF

12,243,29Halten
Bay.

Hypo

-Vereinsbank
3,804,47Halten

Bayer

2,383,01Halten

BMW

2,302,60Halten

Commerzbank

1,852,26Halten
Daimler-Chrysler0,503,59Halten
Degussa1,331,49Verkaufen

Deutsche Bank

5,626,46Kaufen
Deutsche Post1,501,40Verkaufen
Deutsche Telekom0,010,23Verkaufen
Dresdner Bank2,082,54Verkaufen

Eon

3,003,40Halten

Epcos

3,804,06Verkaufen

Fresenius Medical Care

2,653,13Halten

Henkel

Vz.
3,423,89Halten

Infineon

Technologies
0,891,37Halten

Linde

2,803,10Halten

Lufthansa

1,902,00Verkaufen

MAN

2,502,60Halten

Metro

1,221,34Halten
Münchener Rück.9,009,90Halten
Preussag2,072,32Verkaufen

RWE

2,252,40Kaufen

SAP

Vz.
3,034,15Halten

Schering

2,132,45Halten

Siemens

3,073,80Halten

Thyssen

-Krupp
1,001,40Halten

Volkswagen

6,407,40Halten

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