Aufwand-Ertrag-Relation deutlich verschlechtert
HSBC Trinkaus will Stellen streichen

Das Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt hat in den ersten neun Monaten einen Einbruch beim Betriebsergebnis verbucht und erwartet auch für das Gesamtjahr ein rückläufiges Ergebnis. Nun sollen Stellen abgebaut werden, um Kosten zu sparen.

Reuters DÜSSELDORF. "Die letzten zwei Monate 2002 werden das Gesamtbild 2002 nicht mehr ändern können", sagte der persönlich haftende Gesellschafter Paul Hagen am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Allerdings werde im Gesamtjahr ein geringerer Rückgang angestrebt. In den ersten neun Monaten sank das Betriebsergebnis um 43 Prozent auf 35,4 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern sank den Angaben zufolge um über 75 Prozent auf 23,6 Millionen Euro, wobei der Gewinn im Vorjahreszeitraum Sondererträge enthielt.

Marktanteile im Kundengeschäft gewonnen

Angesichts des gegenwärtigen Börsenumfeldes sei es allerdings positiv, dass Trinkaus im Gegensatz zu anderen Banken in diesem Jahr in jedem Quartal operativ schwarze Zahlen schreibe. Zudem habe das mehrheitlich zur britischen HSBC gehörende Bankhaus Marktanteile im Kundengeschäft gewonnen. Unter anderem seien neue institutionelle Kunden gewonnen worden. Ob die Dividende von 1,75 Euro aus dem vergangenen Jahr wie geplant gehalten werden könne, sei noch nicht sicher. Um die Perspektive für das nächste Jahr zu verbessern, will Trinkaus nun die Kosten senken. Personalanpassungen sollen sich allerdings in "sehr moderatem Rahmen" halten. "Es wird nicht so dramatische Anpassungen geben wie bei anderen Banken", betonte der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter, Sieghardt Rometsch. Der Personalabbau solle über die natürliche Fluktuation erreicht werden, Sozialpläne werde es nicht geben. Ende 2001 beschäftigte Trinkaus 1 600 Mitarbeiter. In diesem Jahr liege die Zahl darunter, hieß es am Donnerstag lediglich.

Aufwand-Ertrag-Relation deutlich verschlechtert

Die Relation zwischen Aufwand und Ertrag will Trinkaus nach einer deutlichen Verschlechterung in den ersten neun Monaten 2002 im nächsten Jahr wieder auf einen Wert von rund 60 Prozent verbessern. Zum 30. September 2002 habe sich die Aufwand-Ertrag-Relation auf 81,8 Prozent von 59,1 Prozent im Vorjahr erhöht. Die Bank musste also 81,8 Cent aufwenden, um einen Euro zu erlösen. Insgesamt 37 Millionen Euro habe Trinkaus für eine neue Software zur Wertpapierabwicklung aufgewendet. Ein Broker sei bereits als Kunde gewonnen worden. Auch andere Banken seien bereits auf Trinkaus zugekommen, um sich über das neue Effektenabwicklungssystem Geos zu informieren. Angestrebt werde, im nächsten Jahr mit Geos die Wertpapierabwicklung für eine weitere Bank zu übernehmen.

Der Zinsüberschuss fiel in den ersten neun Monaten um rund acht Prozent auf 54,2 Millionen Euro, wie Trinkaus weiter mitteilte. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug im Berichtszeitraum 1,4 Millionen Euro. Dabei wurden der Risikovorsorge zwar 12,1 Millionen Euro zugeführt, 10,3 Millionen Euro seien aber zugleich wieder aufgelöst worden. Der Provisionsüberschuss sei um 3,4 Prozent auf 144,3 Millionen Euro gestiegen. Das Handelsergebnis brach bedingt durch den Abwärtstrend der Aktienmärkte von 39,5 Millionen Euro auf 5,4 Millionen Euro ein.

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