Aufwand-Ertragsrelation steigt auf 84,5 Prozent
Dresdner Bank tritt auf Kostenbremse

Die schlechte Lage an den Kapitalmärkten hat bei der Dresdner Bank das Ergebnis deutlich einbrechen lassen. Zudem drücken erheblich gestiegene Kosten die Zahlen. Vorstandschef Bernd Fahrholz kündigte auf der Hauptversammlung ein strafferes Kostenmanagement an. Details zur Fusion nannte er nicht.

frü/po FRANKFURT/M. Die Dresdner Bank steht erneut vor einem schwierigen Jahr. Nachdem 2000 von zahlreichen Sonderfaktoren belastet war, leidet die drittgrößte Bank im laufenden Geschäftsjahr unter der Baisse an den Börsen und unter zu hohen Kosten. Vorstandssprecher Bernd Fahrholz wollte bei Vorlage der Quartalszahlen keine Prognosen für 2001 nennen.

Der Vorsteuergewinn ist in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,4 % auf 253 Mill. Euro gestiegen. Allerdings lastete 2000 ein Sonderaufwand zur Sicherung der Wettbewerbsposition von 440 Mill. Euro auf dem Ergebnis. Dahinter verbergen sich vor allem Bleibeprämien für Investmentbanker, die nach dem gescheiterten Fusionsversuch mit der Deutschen Bank abwandern wollten. Rechnet man die Position heraus, ergibt sich ein Ergebnisrückgang vor Sonderfaktoren und Steuern um 63,2 %. Die Eigenkapitalrentabilität nach Steuern sank auf 4,5 % und ist damit ein gutes Stück von dem Zielwert für 2003 von 15 % entfernt.

Die Dresdner Bank hat vor allem die Kosten nicht im Griff. Der Verwaltungsaufwand stieg in den ersten drei Monaten um rund 16 % auf 2,16 Mrd. Euro. Damit liegt der Zuwachs deutlich über den Schätzungen der Analysten. Die Aufwand-Ertragsrentabilität hat sich von 68,2 auf 84,5 % verschlechtert. Dresdner-Bank-Chef Fahrholz kündigte auf der Hauptversammlung ein Kostensenkungsprogramm an. Nach dem die Neustrukturierung der Bank in Divisionen abgeschlossen sei, werden nun alle Geschäftsbereiche nach Einsparpotenzialen durchforstet, so Fahrholz. Konkrete Pläne nannte er nicht, verwies aber auf das schlankere Corporate Center und die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein. Kündigungen schloss der Vorstandssprecher zumindest im Moment aus.

Marktumfeld belastet den Bereich "Private Kunden"

Im Investment-Banking stieg die Aufwand-Ertragsrelation von 48,6 auf 70,5 %. Die Gründe liegen zum einen in der Erstkonsolidierung von Wasserstein Perella und zum anderen in der erneuten Zahlung von Boni. Diese waren angeworbenen Mitarbeitern nach dem Scheitern der Fusion mit der Deutschen Bank für zwei Jahre garantiert worden. Die Dresdner Bank werde im nächsten Jahr wieder auf ein vernünftiges Lohnniveau zurückkehren, hieß es. Der Gewinn im Investment-Banking hat sich auf 310 Mill. Euro mehr als halbiert, die Eigenkapitalrentabilität vor Steuern sank um rund 25-Prozentpunkte auf 27,2 %.

Auch das Geschäftsfeld Private Kunden wurde von dem schlechten Marktumfeld belastet. Das Ergebnis reduzierte sich um 65 % auf 91 Mill. Euro. Die Aufwand-Ertragsrelation stieg von 66,5 % auf 82,5 %. Gut entwickelt hat sich dagegen in den ersten drei Monaten das Firmenkundengeschäft. Der Gewinn vor Steuern stieg um 59 % auf 133 Mill. Euro. Und auch die Kostenentwicklung liegt im Rahmen, die Aufwand-Ertragsrelation verbesserte sich auf 58,9 %.

Enttäuschte Analysten

Analysten werteten die Zahlen als enttäuschend, gleichwohl zeigten sie sich nicht überrascht. Auf die schlechtere Qualität der Bilanz verwies Adrian Pilz von Merrill Lynch. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal seien die Handelsaktiva um 20 % gewachsen, während die Kundenkredite um lediglich 8 % ausgeweitet worden seien. "Die Risikostruktur hat sich erhöht und damit die Ergebnisvolatilität", so Pilz. Negativ fiel ihm ferner der Kostenanstieg von 16 % auf, dem ein Rückgang der Gesamteinnahmen von 8 % gegenüber stand. David Williams von Morgan Stanley Dean Witter beurteilte vor allem den höheren Verwaltungsaufwand als sehr enttäuschend.

Die Aktionäre stellten Fragen zur Fusion auf der Hauptversammlung vergeblich. Fahrholz verwies auf den 30. Mai dieses Jahres, wenn die Allianz das offizielle Übernahmeangebot vorlegen wird. Er schloss eine Nachbesserung des Angebots allerdings aus. Vielen Aktionären sind die 53,13 Euro (per 30. März) nicht genug. Die Fusion soll nach Fahrholz bis zum Hochsommer über die Bühne sein. Damit wäre eine Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2001 möglich.

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