"Aufwandsentschädigung" nicht gemeldet
Mayer-Vorfelder steht nun auch unter Betrugsverdacht

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihre Ermittlungen gegen den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder (68), ausgeweitet. Der frühere baden-württembergische Finanzminister stehe nun auch unter Betrugsverdacht, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag-Ausgabe). Ein entsprechendes Verfahren habe die Staatsanwaltschaft, die seit Februar wegen möglicher Steuerhinterziehung gegen Mayer-Vorfelder ermittelt, in den vergangenen Tagen eingeleitet.

dpa STUTTGART. Bei den Ermittlungen geht es dem Blatt zufolge um die Frage, ob Mayer-Vorfelder vom Land Baden-Württemberg zu Unrecht Übergangsgeld in Höhe von rund 20 000 ? kassiert hat. Im Anschluss an seine Amtszeit als Finanzminister hatte er von Dezember 1998 an drei Monate weiterhin sein Ministergehalt in Höhe von 10 000 ? erhalten. Zwei Drittel davon hätte er allerdings nach einer ersten Einschätzung des Landesamts für Besoldung mit seiner Aufwandsentschädigung in Höhe von rund 12 500 ? verrechnen lassen müssen, die er später und rückwirkend für diesen Zeitraum als Präsident des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart bekam.

Mayer-Vorfelder hatte dem Landesamt sein Vereinssalär nicht gemeldet. Er ist der Ansicht, dass die Aufwandsentschädigung kein Einkommen "aus privater Berufstätigkeit" ist, die laut dem Ministergesetz des Landes mit dem Übergangsgeld verrechnet werden muss.

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