Aufwertung für Polen, Ungarn und Slowakei in Sicht
Osteuropas Währungen im Aufwind

Legt man die Kursentwicklung ihrer Währungen zu Grunde, sind einige Länder Mittelosteuropas längst Mitglied der EU. Dies gilt insbesondere für Polen. Der Kursverlauf des polnischen Zloty zum Dollar zeigt eine überraschende Ähnlichkeit mit dem des Euros gegenüber der US-Währung.

rp DÜSSELDORF. Doch damit soll es bald vorbei sein. Und andere Währungen der Beitrittsländer laufen dem Euro schon länger davon.

Den ähnlichen Kursverlauf von Euro und Zloty führt Harwig Wild, Experte für Emerging Markets bei Metzler Financial Markets, auf die starke Abhängigkeit der polnischen von der europäischen Wirtschaft zurück: "Dies zeichnet sich im Kurs ab", sagt Wild. Doch sei nun wegen des stärkeren Wirtschaftswachstums in Polen ein Ende des Gleichlaufs zu erwarten: "Wir werden relativ schnell einen festeren Zloty sehen", prognostiziert der Experte.

Ähnlich stark entwickeln sich bereits die Währungen einiger anderer Länder, etwa die Ungarns oder der Slowakei: Sie haben gegenüber dem Euro tendenziell aufgewertet. Die Devisen dieser relativ stark industrialisierten Staaten profitierten von den Kapitalzuflüssen im Zuge der Produktionsverlagerung. Auch die Aktienmärkte locken Kapital an.

Kräftig aufgewertet hat bereits der ungarische Forint mit Kursen von aktuell rund 250 Forint zum Euro. Mitte Januar waren es noch 270 Forint. Dass der Forint damals relativ schwach war, führt Commerzbank Research darauf zurück, dass verfehlte Budgetziele "das Vertrauen in die Finanzpolitik untergraben" hätten. Die ungarische Notenbank erhöhte daraufhin die Zinsen kräftig. Davon profitierten sowohl Renten- wie Aktienmarkt - und der Forint. "Es ist viel Geld nach Ungarn geflossen", sagt Wild. Und "die Euphorie wird erst einmal noch anhalten".

"Noch sehr viel Aufwertungsphantasie" sieht der Metzler-Experte auch in der Slowakei. Das Land locke Investoren wie zuletzt beispielsweise den südkoreanischen Autobauer Hyundai. Die slowakischen Finanzmärkte sind dagegen noch relativ klein.

Aber nicht alle Währungen sind im Aufwind. Die tschechische Krone hat sich schrittweise gegenüber dem Euro abgeschwächt. Dabei hat sich die tschechische Nationalbank gleich mehrfach mit Interventionen um mehr Stabilität der Krone bemüht. Bei Kursen von 32 ckr "scheint nun ein Boden gezogen zu sein", sagt Wild.

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