Aufzeichnungen zur Hauptsendezeit
IOC sperrt reine Web-Journalisten aus

Die Herren des IOC und das US-Fernsehen zeigen sich Journalisten gegenüber unerbittlich. Um die Macht des Fernsehens zu stärken, wurden bei Olympia 2000 in Sydney reine Web-Reporter nicht zugelassen.

ruk PALO ALTO. Für die US-Berichterstattung spielt die Zeitverschiebung keine gravierende Rolle. Die Amerikaner bekommen Olympia nur als Aufzeichnung geboten - täglich von sieben Uhr abends bis Mitternacht. Auf eine Live-Berichterstattung wichtiger Ereignisse etwa um vier Uhr morgens hat NBC zu Gunsten der werbebeladenen "Prime Time Sendungen" verzichtet.

Konkurrenz könnte daher im Zeitalter des Internets von einer Live-Berichterstattung aus dem World Wide Web kommen. Doch dem hat der mächtige US-Sender beizeiten einen Riegel vorgeschoben. So konnten die NBC-Bosse die Herren des IOC davon überzeugen, dass das Internet als Medium für Live-Berichterstattung ausgesperrt bleiben muss. Reine Web-Journalisten und Internet-Stationen haben in Sydney keine Zulassung erhalten. Nur wer kräftig Geld für Übertragungsrechte ausgibt, konnte seine Bildjournalisten in Sydney akkreditieren.

Über eine Milliarde Dollar sind in diesem Jahr für TV-Rechte in die IOC-Kassen geflossen. Für die Übertragung der Olympischen Spiele 2000 hat NBC 705 Mill. $ ausgegeben. Weitere 2,8 Mrd. $ aus der "Portokasse" von General Electric sichern die Übertragungsrechte bis zum Jahr 2008. In den nächsten 19 Tagen will NBC von den 441,5 Stunden des gesamten Übertragungszeitbudgets 162,5 Stunden über den eigenen Sender, 214 Stunden über den Microsoft Joint-Venture-Sender MSNBC und 65 Stunden über den eigenen Finanzkanal CNBC senden. Zweitverwertungen über das Web gelangen vorrangig an die sendereigene Web-Site NBCi, der in den USA jedoch nur ein geringer Erfolg nachgesagt wird.

So bleibt es dem Geschick der einzelnen Sport-Web-Sites überlassen, mit einer guten 24-Stunden-Berichterstattung dem etablierten Fernsehen zu zeigen, dass das Internet bereits ein mächtiges Medium ist. Obwohl die meisten Werbetreibenden - von Coca Cola bis Xerox - ihr Budget ausschließlich für TV-Spots ausgeben, gibt es Ausnahmen. Anzeigenhilfe für die Web-Seiten kommt in erster Linie von IBM (nach Angaben von Ad Relevance 75% der an die Webseigen vergebenen Budgets), von Oldsmobile mit CNN/Sport (21 %) sowie 4 % von einer kleineren Gruppe, zu der Adidas, Sony und General Motors gehören.

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