Augenoptiker kämpfen mit sinkendem Umsatz
Deutsche sparen an der neuen Brille

Dies sagte der Zentralverband der deutschen Augenoptiker (ZVA) am Montag in Frankfurt - und das obwohl die Augenärzte nach Angaben ihres Berufsverbandes nicht weniger verschreiben.

dpa FRANKFURT. Dabei wächst der potenzielle Markt stetig: Von den Bundesbürgern über 16 Jahre brauchen 38 Millionen eine Sehhilfe, das sind knapp zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Als "Low-Interest-Produkt" steht eine Brille nicht ganz oben auf der Einkaufsliste. Der Wiederbeschaffungszeitraum ist mit etwa vier Jahren relativ lang. Da sich die Sehschärfe nur langsam verändert, kann der Brillenkauf auch noch länger hinausgeschoben werden.

Wenn unbedingt neue Gläser fällig sind, sparen viele Kunden am Gestell, zumal es dafür seit 1997 keine Zuschüsse mehr von den Krankenkassen gibt. "Oft werden die Fassungen nur neu verglast, das ist ein verstärkter Umsatztrend", beobachtet der Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Augenoptikerhandwerk in Hessen, Robert Mühlfried. Inzwischen werden etwa 30 Prozent der verkauften Gläser in "alte" Fassungen eingeschliffen.

Außer der Kaufzurückhaltung macht den handwerklichen Optikerbetrieben die Konkurrenz der großen Ketten zu schaffen. Zwar sind nur zwölf Prozent aller Betriebe in Deutschland in der Hand der zehn größten Filialisten, doch sie machen knapp 30 Prozent des Branchenumsatzes von vier Milliarden Euro. "Die Großfilialisten saugen die Nachfrage auf", stellt Mühlfried fest. Der unangefochtene Marktführer Fielmann verkauft in seinen 450 Filialen bereits jede dritte Brille in Deutschland. "Schwierige Zeiten sind gute Zeiten für uns", sagt Fielmann-Sprecher Matthias Brahnal - denn die Kunden achteten umso mehr auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Über den Preis können die kleinen Geschäfte kaum mit Fielmann, Apollo und Co. konkurrieren. Ihre Chance sehen die Ein- oder Zwei- Mann-Betriebe in gutem Service und einem ausgefallenen Sortiment. Innungsgeschäftsführer Mühlfried beobachtet: "Wo gute Dienstleistung geboten wird, haben die Betriebe Bestand." Ein Problem haben kleine wie große Optiker: Es fehlt qualifiziertes Personal. Seit dem Tiefpunkt 1999 steigt die Zahl der Auszubildenden zwar wieder an, doch es könnten noch mehr sein. Im vergangenen Jahr ließen sich 7077 junge Männer und Frauen zum Augenoptiker ausbilden, acht Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: Handelsblatt

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