Augenthaler-Elf schafft Remis in Madrid
Leverkusen hat dank Torhüter Butt noch alle Chancen

Beiden Teams steckten ihre Punktspiel-Pleiten vom Wochenende in den nationalen Meisterschaften ganz offensichtlich in den Knochen. Die Folge war ein überaus verhaltener Beginn beider Teams, die das Risiko scheuten und auf keinen Fall früh in Rückstand geraten wollten. Während die behutsame Gangart bei Leverkusen beabsichtigt war, hatte man von den "Königlichen" drei Tage nach dem 0:3-Fiasko beim Erzrivalen FC Barcelona einen anderen Auftakt erwartet.

"Unglaublich, wie sich Real präsentiert. Das ist Standfußball", kommentierte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nach einer halben Stunde die leidenschaftslosen und durchsichtigen Aktionen. Während der neue Real-Trainer Garcia Ramon auf der Trainerbank tobte und fluchte, begann Leverkusen die Gunst der Stunde zu nutzen.

Der Bundesliga-Elfte legte allmählich seine Reserviertheit und startete erste zaghafte Angriffsbemühungen, die konfuse Real- Verteidigung sofort in Verlegenheit stürzte. In der 34. Minute hatte Jacek Krzynowek nach einem Abwehrfehler die Führung auf dem Fuß, doch der Pole drosch das Leder aus kurzer Distanz am Ziel vorbei. Zwei Minuten später waren die Leverkusener Angriffsbemühungen aber schon von Erfolg gekrönt: Nach einer Nowotny-Flanke köpfte Andrej Woronin an die Latte, den Abpraller stolperte Real-Verteidiger Walter Samuel in die Beine von Berbatow, der keine Mühe mehr zur Vollendung hatte.

Auch der Rückstand löste bei Real keine Blockade. Zwar zeigte sich Ronaldo kurz vor der Halbzeit noch zwei Mal in aussichtsreicher Position. Doch das erste Schüsschen des Brasilianers war kein Problem für Torhüter Jörg Butt (40.), der zweite Schuss ging weit am Ziel vorbei (45.).

Mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten die entsetzten Real- Fans zur Pause das Geschehen, die Königlichen kamen aber unverändert aus den Kabinen. Real erhöhte den Druck, nicht aber die Spielkultur. Leverkusen hatte in der 51. Minute durch Krzynowek eine Großchance zum 2:0, wurde dann aber immer passiver. Bis zur 70. Minute plätscherte das Geschehen vor sich hin, ehe Rauls Ausgleich nach toller Vorarbeit von Figo der Partie eine völlig neue Wende gab. Der Treffer wirkte wie eine Befreiung für Real, das plötzlich Powerplay spielte und Möglichkeiten am Fließband hatte. Beim Schuss von Roberto Carlos (74.) reagierte Butt glänzend, bei Rauls Schuss half der Pfosten (77.), bei Figos Elfmeter wieder Butt.

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