Aus Amerika weht ein starker Gegenwind
Hypo-Vereinsbank erwartet 2001 erneut höhere Rendite

Trotz der erwarteten Belastungen aus der Fusion mit der Bank Austria will die Hypo-Vereinsbank AG (HVB) im laufenden Jahr eine deutlich höhere Rendite auf ihr Eigenkapital erwirtschaften. Die HVB rechne mit einer leicht sinkenden Kreditrisikovorsorge und einem "spürbaren Anstieg" des Jahresüberschusses, teilte die zweitgrößte Bank Deutschlands am Donnerstag in München mit.

rtr MÜNCHEN. Ein effizienterer Einsatz des Eigenkapitals soll zu einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als zehn Prozent führen, nachdem die Kennzahl 2000 auf 9,2 von 3,6 % verbessert worden war. Das sei nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Rendite von 15 % im Jahr 2003, sagte Vorstandssprecher Albrecht Schmidt. Die Immobilientöchter der HVB legten zugleich ihren Verschmelzungsbericht vor.

Im abgelaufenen Jahr hatte die Hypo-Vereinsbank ihren Gewinn vor Steuern auf 1,85 (Vorjahr: 0,75) Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Der Jahresüberschuss stieg auf 1,18 (0,44) Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen eine konstante Dividende von 0,85 Euro auf ihre Stammaktien erhalten. Mit der Eigenkapitalrendite habe die HVB ihre Zielmarke von neun % übertroffen. Auch das Ziel, den Anteil der Provisionen an den operativen Erträgen auf ein Viertel zu steigern, wurde von dem immobilienlastige Institut mit 29,6 % übertroffen. Das neue Ziel liege bei mehr als 30 %, sagte Schmidt. Während der Zinsüberschuss nur leicht steigen soll, erwarte die HVB im Provisionsgeschäft einen "kräftigen" prozentual zweistelligen Zuwachs, "auch wenn uns zu unseren anspruchsvollen Zielen zur Zeit der Wind aus Amerika und von den Kapitalmärkten ins Gesicht bläst".

Beim Jahresüberschuss werden der Hypo-Vereinsbank nach eigenen Erwartungen mehrere Faktoren zu Gute kommen: Die Steuerreform in Deutschland werde die inländischen Einkünfte deutlich entlasten. Zudem fließe der Bank in diesem Jahr ein dreistelliger Mill.- Betrag aus dem Verkauf ihres Anteils an der britischen Foreign & Colonial zu. "2001 ist ein Jahr des Innenausbaus", sagte Schmidt. Erst danach wolle die HVB den Ausbau zu einer europäischen "Bank der Regionen" fortsetzen.

Umbau des Immobilienfinanzierungeschäfts in vollen Gange.

Im vergangenen Jahr war das operative Ergebnis dieses Bereis Bereichs den Angaben nach auf 473 (675) Mill. Euro geschrumpft. Vorstandschef Schmidt sagte, mit einer Eigenkapitalrendite von 6,7 % in dem Bereich könne die Bank nicht zufrieden sein. Drei der fünf Immobilien-Töchter der Bank sollen nun zu einer Immobilienbank zusammengelegt werden, in die 2002 auch der Immobilienbereich des Konzerns eingebracht wird. Der Verschmelzungsvertrag sei bereits unterzeichnet worden, teilten die Bayerische Handelsbank und die Nürnberger Hypothekenbank sowie die Süddeutsche Bodencreditbank am Donnerstag mit.

Die Banken werden auf die BHB verschmolzen, die Aktionäre der NürnbergHyp erhalten 43 BHB-Titel für je 37 Aktien, 43 Südboden-Aktien werden in 40 BHB-Papiere getauscht. Die Westfälische Hypothekenbank in Dortmund hatte die HVB vor wenigen Tagen überraschend an die WGZ-Bank und die Versicherung Signal Iduna verkauft.

Investmentbanking-Geschäft rückläufig

Deutlich rückläufig war das Ergebnis der Bank im Asset Management mit der Investmenttochter Activest. Das Ergebnis ging im vergangenen Jahr auf 68 (299) Mill. Euro zurück. Der neue Vorstand Stefan Jentzsch, der von Goldman Sachs kommt, soll sich um diesen Bereich kümmern. Im Privatkundengeschäft und in dem vor zwei Jahren umgebauten Firmenkundengeschäft verzeichnete die Bank dagegen Zuwächse. Mit dem Verkauf von 900 Objekten baute die HVB 2000 den Bestand an schwerverkäuflichen Immobilien aus der Vergangenheit um 1,7 Milliarden auf acht Milliarden Euro ab, mit einem deutlich gesunkenen Verlust von 102 (1721) Mill. Euro.

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