Aus Branchenkreisen
Linde will Heidelberger Druck nicht übernehmen

Auf Grund von Marktspekulationen sind die Heidelberg-Anteilsscheine am Freitag um fast 12 % auf über 37 Euro gestiegen. Branchenkreisen zufolge will Linde aber kein Kaufangebot vorlegen.

Reuters FRANKFURT. Der Wiesbadener Mischkonzern Linde plant nach Angaben aus Branchenkreisen keine Übernahme des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck.

Linde werde entgegen anders lautender Marktspekulationen kein Angebot für Heidelberger Druck vorlegen, hieß es am Freitag aus unternehmensnahen Branchenkreisen. Zuvor hatten entsprechende Übernahmegerüchte den Aktienkurs des M-Dax-Unternehmens Heidelberger Druck kräftig ansteigen lassen. Linde selbst wollte die Gerüchte auf Anfrage nicht kommentieren. Beim Druckmaschinenhersteller sagte ein Pressesprecher: "An solchen Spekulationen beteiligen wir uns nicht." Heidelberger Druck hat derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 2,8 Mrd. Euro.

Bis zum Mittag waren die üblicherweise nur wenig schwankenden Heidelberg-Anteilsscheine auf Grund der Spekulationen bei sehr hohen Umsätzen um fast 12 % auf über 37 Euro gestiegen, verbilligten sich anschließend aber wieder etwas. "Ich weiß nicht, ob da etwas dahinter steckt, aber wo Rauch ist, ist für gewöhnlich auch Feuer", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt. Der Kurs der Linde-Aktie zeigte sich von den Gerüchten allerdings nur wenig beeinflusst. Bis zum frühen Nachmittag lagen die im Dax notierten Linde-Papiere mit 1,58 % im Minus bei 42,24 Euro.

Größter Einzelaktionär bei Heidelberger Druck ist der Essener RWE-Konzern mit einer Beteiligung von 50 %. RWE-Chef Dietmar Kuhnt hatte Mitte August bei der Vorlage des Halbjahresberichts bekräftigt, die Finanzbeteiligungen Heidelberger Druck und Hochtief bis spätestens Ende 2003 verkaufen zu wollen. Eine RWE-Sprecherin bezeichnete die Börsengerüchte einer bevor stehenden Übernahme des Druckmaschinenproduzenten durch Linde als "Spekulation, an der wir uns nicht beteiligen".

Für Analysten macht eine mögliche Übernahme von Heidelberger Druck durch Linde keinen Sinn. "Da gibt es gar keine Synergien", sagte Carsten Kunold, Analyst bei der ING BHF Bank. Der Wiesbadener Mischkonzern ist in den Bereichen Industriegase, Anlagenbau, Gabelstapler und Kältetechnik tätig. Bei Industriegasen, dem mittlerweile umsatzstärksten Bereich nach der Übernahme der schwedischen AGA, ist Linde zusammen mit dem US-Wettbewerber Air Products die Nummer vier weltweit. Bei Gabelstaplern ist Linde der weltweit führende Konzern. Hier könne sich Linde aber noch verstärken, etwa in den USA, sagte Kunold. Bei den Industriegasen sei Linde dagegen schon sehr stark. Auch beim Anlagenbau sind die Wiesbadener nach Einschätzung des Experten recht gut aufgestellt.

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