Aus der Champions League:
BVB verabschiedet sich erhobenen Hauptes

Borussia Dortmund hat sich erhobenen Hauptes aus der Champions League verabschiedet. Aber trotz des 1:0 (0:0)-Sieges im letzten Zwischenrundenspiel bei AC Mailand nach einem Treffer von Jan Koller (80.) blieb das erhoffte Wunder aus: Den noch freien Viertelfinalplatz neben Gruppensieger Mailand sicherte sich im Fernduell Real Madrid bei Lokomotive Moskau (1:0). Zum ersten Mal seit der Saison 1983/84 finden die Runden der letzten acht Mannschaften auf internationaler Bühne ohne Bundesliga-Beteiligung statt.

HB/dpa MAILAND. Nach einer schwachen ersten Halbzeit kam der BVB doch noch ins Rennen. Alle guten Vorsätze der Dortmunder waren mit dem Anpfiff zunächst verpufft. Selbst gegen eine ersatzgeschwächte Mailänder Elf waren die Borussen in der ersten Spielhälfte taktisch wie läuferisch unterlegen, wirkten wie vor Ehrfurcht erstarrt, ohne jeden Tordrang. Aber deutliche Worte zur Halbzeit in der Kabine machten den Spielern Beine.

Ziel der Dortmunder ist es jetzt, sich über die Bundesliga wieder für die Champions League zu qualifizieren. "Insgesamt haben wir eine Mannschaft, die Perspektive hat", sagte Trainer Matthias Sammer. Über die Notwendigkeit von Verstärkungen wollte er sich noch nicht äußern. "Das ist keine öffentliche Diskussion." Torsten Frings: "Dann müssen wir in der neuen Saison wieder angreifen."

Borussen taten sich lange schwer

Die Borussen taten sich vor 50 000 Zuschauern in San Siro - offiziell war die Partie mit 70 000 Zuschauern ausverkauft, weil die Tickets im Paket verkauft wurden - lange schwer. Die Italiener setzten den Dortmundern vom Anpfiff weg zu, kauften den Gästen in den Zweikämpfen den Schneid ab. Die erste Chance für den 16-maligen italienischen Meister in der vierten Minute, aber Rivaldo traf nur das Außennetz. In der 14. Minute der einzige Schuss der ohne den verletzten Spielmacher Tomas Rosicky (Bluterguss im Oberschenkel) angetretenen Dortmunder auf das AC-Tor in der ersten Spielhälfte durch Frings. Aber keine Gefahr für Mailands Torwart Abbiati.

AC-Trainer Carlo Ancelotti schonte mit Blick auf das Spitzenspiel in der Serie A am Wochenende gegen Juventus Turin mehrere Stammspieler. Unter anderem auch Inzaghi, Schütze des Siegtreffers beim 1:0-Erfolg der Mailänder im Hinspiel, der erst in der 61. Minute eingewechselt wurde.

Gegen die gut gestaffelte Milan-Abwehr fand der deutsche Meister kein Durchkommen. Der BVB bemühte sich, aber die Mittel reichten nicht. Riesenglück hatten die Dortmunder, als Lehmann in der 36. Minute mit Fußabwehr gegen Rui Costa klären konnte.

"Wir haben natürlich kein gutes Spiel unserer Mannschaft gesehen", stellte BVB-Manager Michael Meier zur Halbzeit fest. Auch nach dem Wiederanpfiff diktierte der Gastgeber zunächst das Geschehen. Aber die Dortmunder machten endlich Druck. Riesenglück für die Borussen, als Gattuso in der 58. Minute nur den Pfosten trifft.

Acht Minuten später eine Riesenmöglichkeit für den BVB: Doch Marcio Amoroso scheitert an Abbiati. Die Dortmunder kämpfen, geben alles. Endlich spielen sie so, wie sie es von Anfang an wollten. Jan Koller setzt sich mehrfach gut in Szene. In der 80. Minute trifft er zum 1:0 - mit seinem achten Champions-League-Tor.

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