Aus der japanischen Wirtschaft keine Impulse in Sicht
Tokio beendet das Jahr in schwacher Verfassung

In düsterer Stimmung geht die japanische Wirtschaft ins Neue Jahr. An der Tokioter Börse schloss der Nikkei-Index am letzten Handelstag des Jahres am Freitag mit einem Tagesminus von 1,2 %. Mit einem Stand von 13.785,69 Punkten liegt das Börsenbarometer aus 225 führenden Werten damit um 27,5 % unter dem Vorjahresstand.

dpa-afx TOKIO. Für die kommmenden Monate sind aus der japanischen Wirtschaft keine Impulse in Sicht. Frustiert betonten Marktteilnehmer, Wohl und Wehe der japanischen Börse hänge weiter von der Entwicklung in den Vereinigten Staaten ab. Auch der Yen wurde 2000 stark gebeutelt: Am Freitag fiel die japanische Währung gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Zum Euro verlor die Devise weiter an Boden und verzeichnete den niedrigsten Kurs seit neun Monaten.

"Der japanische Markt wird Anfang kommenden Jahres weiter die Entwicklung des US-Marktes widerspiegeln", sagte Hiroichi Nishi, Analyst bei Nikko Securities in Tokio. Viel hänge vom Verhalten der US-Notenbank Fed ab. Sollte es wie erwartet zu einer Zinssenkung in den Vereinigten Staaten kommen, werde dies die Kurse an der Wall Street und letztlich auch in Japan beflügeln. Insgesamt seien die die Aussichten für den Tokioter Markt "zumindest für Anfang 2001 nicht gerade rosig", meinte Hidenori Kawasaki von Kokusai Securities. Hoffnung auf eine baldige Rückkehr verschreckter ausländischer Investoren gibt es nach Meinung der Experten derzeit kaum.

Merrill-Lynch-Volkswirt Yoshito Sakakibara sieht einen Grund für die Zurückhaltung ausländischer Anleger in der Unsicherheit über den Fortgang der Wirtschaftsreformen der Regierung von Ministerpräsident Yshiro Mori. In den vergangenen Monaten sei die Umstrukturierung des Finanzsektors und die Deregulierung der Wirtschaft nicht voran gekommen. Angesichts der im Juli anstehenden Parlamentswahl sei kaum mit einer Beschleunigung der schwierigen Einschnitte zu rechnen.

Die fallenden Aktienkurse sowie steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Produktion würden auch im neuen Jahr den Yen weiter belasten, meint Sanwa Bank-Händler Mitsuru Sahara. "Der Dollar könnte zum Jahresanfang bis auf 115 Yen oder sogar 117 Yen steigen." Am Freitag wurde gegenüber der US-Devise ein Stand von 114,74 Yen verzeichnet. Seit Anfang November hat der Yen damit fast fünf Prozent gegenüber dem Dollar verloren, zum Euro sogar zwölf Prozent. Zuletzt stand der Wert der Gemeinschaftsdevise bei 106,60 Yen.

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