Aus für Corsten und Gurassa
Kahlschlag im Tui-Vorstand

Europas größter Reisekonzern TUI hat überraschend seinen Vorstand von sieben auf vier Mitglieder verringert.

Reuters HANNOVER. Die beiden für die Touristik zuständigen Vorstandsmitglieder Ralf Corsten (61) und Charles Gurassa (47) würden aus dem Unternehmen ausscheiden und durch so genannte Bereichsvorstände unterhalb der Konzernführung ersetzt, teilte Tui am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Der bisher für die Logistik und Konzernbeteiligungen verantwortliche Helmut Stodieck (64) werde ebenfalls künftig als Bereichsvorstand agieren.

Zu den Gründen hieß es in der Mitteilung lediglich, die Führungsstruktur von Tui sei im Rahmen der Programms zur Steigerung der Effizienz neu organisiert worden. Konzernchef Michael Frenzel sagte dem Pressetext zufolge: "Die neue Führungsstruktur setzt die Logik unseres Geschäftsmodells fort." Auf Konzernebene sei neben den Zentralfunktionen für die Gesamtsteuerung, Finanzen und Personal in der Touristik nur eine übergreifende Steuerung so genannter "Plattformfunktionen" unter anderem für Hotel und Flug vorgesehen.

In Konzernkreisen hieß es, eine Veränderung im Vorstand sei erst gegen Ende des Jahres erwartet worden. Auch sei bislang nicht von einer Verkleinerung die Rede gewesen. Dies müsse jetzt kurzfristig im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat entschieden worden sein. Im mittleren Management von Tui werde insbesondere der Abgang von Corsten ohne einen Nachfolger auf der Vorstandsebene auf Vorbehalte stoßen.

Die bisher von Corsten und Gurassa wahrgenommene Verantwortung für die einzelnen Touristikmärkte wird den Angaben nach jetzt auf drei Schultern übertragen. Für Mitteleuropa wird Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher zuständig sein, der zwischenzeitlich als möglicher Nachfolger im Konzernvorstand für einen späteren Corsten-Abtritt gehandelt wurde.

Für Großbritannien und andere nordeuropäische Länder soll der Brite Peter Rothwell, bisher schon Chef der britischen Tui-Tochter, verantwortlich sein. Für Westeuropa mit Frankreich rückt Eric Debry als Bereichsvorstand in das Management bei Tui ein. Er wird an der Spitze der französischen Tochter Nouvelles Frontieres auch Nachfolger von Corsten.

Corsten und Gurassa hatten intern zuletzt mehrfach unterschiedliche Auffassungen vertreten. Wie es heißt, hat Corsten den Ausbau von Billigmarken und den Einstieg in den Billigflugmarkt sehr kritisch gesehen.

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