Aus für Tim Henman
Schüttler nach Dreisatz-Sieg im Viertelfinale

Tennis-Profi Rainer Schüttler kann weiter auf seinen ersten Gewinn eines ATP-Turniers in Deutschland hoffen. Der Australian-Open-Finalist aus Korbach bezwang am Donnerstag in der zweiten Runde der 88. Internationalen Meisterschaften von Bayern den Russen Nikolai Dawidenko mit 4:6, 6:2, 6:3 und zog ins Viertelfinale des mit 380 000 Dollar dotierten Traditionsturnier in München ein, das als einziger Deutscher Michael Stich 1994 gewonnen hat.

HB/dpa MÜNCHEN. Das neue Aushängeschild des Deutschen Tennis Bundes (DTB) schaffte somit als einziger von sechs deutschen Spielern den Sprung unter die letzten Acht. Am Mittwoch war Alexander Waske (Frankfurt/Main) trotz einer beachtlichen Leistung am Russen Jewgeni Kafelnikow mit 5:7, 6:4, 3:6 gescheitert.

"Das war ein harter Sieg, mit langen Ballwechseln. Am Anfang war er besser, doch dann bin ich besser ins Spiel gekommen", sagte ein sichtlich erleichterter Schüttler. Im Viertelfinale trifft er am Freitag auf den Österreicher Stefan Koubek, der den an Nummer sieben gesetzten Engländer Tim Henman überraschend deutlich mit 6:4, 6:0 ausschaltete. "Rainer und ich kennen und verstehen uns sehr gut", sagte Koubek mit Vorfreude auf das Duell gegen Schüttler.

Auch Zweitrunden-Gegner Dawidenko war für den 27-Jährigen kein Unbekannter. Die beiden bisherigen Partien hatte Schüttler 2001 in Washington und 2002 in Kitzbühel gegen seinen zeitweiligen Trainingspartner verloren und fast schien es, als würde der im pfälzischen Salmtal lebende Russe endgültig zum Angstgegner werden. Mit kraftvollem Spiel setzte der Turniersieger von Adelaide und Estoril den Nordhessen im ersten Satz unter Druck und zwang ihn zu ungewöhnlich vielen Fehlern. Immer wieder haderte Schüttler mit sich und seinem Spiel.

"Er muss aktiver werden", hatte Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen als Zuschauer den richtigen Tipp für seinen Schützling parat. Schüttler befolgte den Rat und zeigte angetrieben von 4500 Zuschauern auf dem Center Court gegen den nun selbst unkonzentrierter agierenden Dawidenko vom zweiten Durchgang an eine bessere Leistung und verwandelte schließlich seinen dritten Matchball.

Alexaner Waske war nach seinem 2:36 dauernden Marathon-Match am Mittwoch gegen "Ballwand" Kafelnikow trotz der Niederlage "stolz". Wie schon im September 2002 beim ersten Aufeinandertreffen der beiden ging es auch diesmal über drei Sätze. "Er hat zwei Mal gezittert", äußerte sich der Frankfurter und kündigte trotz der Niederlage große Taten an. Weltklasse-Spieler wie Kafelnikow "sind jetzt reif, ich kann die schlagen".

Waske, Nummer 111 der Weltrangliste, musste sich gegen den äußerst passiv agierenden French-Open-Sieger von 1996 erst nach großem Kampf geschlagen geben. "Zocker" Kafelnikow, der angeblich Geld auf seinen eigenen Sieg gesetzt hatte, wurde im zweiten Satz wegen Nackenschmerzen behandelt. Sein Gegner wollte das nicht überbewerten. "Wer auf dem Platz steht ist gesund", sagte Waske, der sich mit Hilfe eines Mentaltrainers auf seine Spiele vorbereitet. Für die erste große Überraschung des Turniers hatte am Mittwoch der Tscheche Radek Stepanek gesorgt. Er besiegte den Mitfavoriten Paradorn Srichaphan (Thailand/2) mit 6:3, 6:2.

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