Aus für Waske und Behrend
Schüttler mit Ach und Krach in Wimbledon weiter

Am Sensations-Eröffnungstag in Wimbledon hat Rainer Schüttler seine Pflichtaufgabe gegen Michel Kratochvil mehr schlecht als recht bewältigt. Mit einem Schock begannen die 117. All England Championships am Montag dagegen für den Australier Lleyton Hewitt, der in London als erster Titelverteidiger in der Geschichte des Profitennis durch ein 6:1, 6:7 (5:7), 3:6, 4:6 gegen den Kroaten Ivo Karlovic in der ersten Runde scheiterte. Der 24-Jährige aus Zagreb spielt an der Church Road sein erstes Grand-Slam-Turnier.

HB/dpa LONDON. "Das ist ein Schock", sagte Ex-Champion John McEnroe. "Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet, dass hier auf dem Center Court ein Qualifikant den Champion schlägt." Auch Riese Karlovic hatte sich nach bislang erst zwei Siegen auf der ATP-Tour nichts ausgerechnet. "Am Anfang hatte ich Angst, aber im dritten Satz wurde mir klar, dass ich das Match gewinnen kann." Je mutiger der Kroate wurde, desto unsicherer agierte Hewitt: "Ich habe ihn noch nie vorher spielen sehen. Mit dieser Pleite muss ich erst mal fertig werden."

Schüttler übersprang als erster aus der nur zehn Akteure großen Mini-Equipe des Deutschen Tennis Bundes (DTB) mühevoll die erste Hürde und ließ beim 6:3, 6:4, 6:7 (4:7), 7:5 gegen den biederen Schweizer Kratochvil seinen Ankündigungen erste Taten folgen. "Ich traue mir auch hier einiges zu", sagte der Australian-Open-Finalist, der auf dem "Heiligen Rasen" 2002 mit dem Erreichen der dritten Runde sein bestes Ergebnis schaffte. Ausgeschieden sind der Alexander Waske aus Frankfurt trotz mutiger Gegenwehr beim 6:7 (6:8), 5:7, 6:7 (7:9) gegen den Briten Greg Rusedski sowie der Hagener Tomas Behrend, der Juan Ignacio Chela aus Argentinien 4:6, 2:6, 3:6 unterlag.

Der 27-jährige Schüttler machte es sich nach prächtigem Beginn im dritten Durchgang selbst schwer. "Da war ich eine Zeit lang total von der Rolle", erklärte er. "Das darf nicht passieren." Leichte Fehler mehrten sich, so dass die anfängliche Dominanz in einem mit 4:7 verlorenen Tiebreak gipfelte. Dabei hatte er bei eigenem Aufschlag schon mit 4:1 geführt. Aber der Wahl-Schweizer kämpfte sich gegen den Schweizer zurück ins Match und betonte: "Heute gewinne ich eben auch solche Spiele." In der zweiten Runde trifft der an Nummer neun gesetzte Korbacher auf den Franzosen Fabrice Santoro. "Ich darf ihn nicht ans Netz kommen lassen, denn dann ist er immens gefährlich."

"Die erste Runde steht unter besonderen Vorzeichen", zitierte Schüttler eine Binsenweisheit, die Hewitt unfreiwillig bestätigte. Der Australier streckte sich vergeblich gegen den baumlangen Ivo Karlovic (2,08 m) und verlor in vier Sätzen. "Lleyton hat nicht mit dem Feuer gespielt wie im vergangenen Jahr", meinte McEnroe. Leicht und locker setzte sich wie Vorjahresfinalistin Venus Williams auch Andy Roddick in drei Sätzen gegen den Italiener Davide Sanguinetti durch, den nicht nur dessen amerikanische Landsleute als legitimen Nachfolger des siebenmaligen Wimbledon-Champions Pete Sampras sehen.

Kratochvil konnte seinem Münchner Trainer Bernd Karbacher nicht aus dessen persönlicher Bredouille helfen. "Ich muss zwei Spielern die Daumen drücken: Meinem Schützling Michel und Rainer, weil er ein Landsmann ist", sagte der einstige deutsche Spitzenspieler auf der Tribüne des Nebenplatzes. Den 24-jährigen Eidgenossen, der sich Anfang des Jahres eine Meniskusverletzung im linken Knie zugezogen hatte und sechs Wochen pausierte, betreut der einstige Daviscupspieler ohne Vertrag.

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