Aus jeder Situation das Beste rausholen
Schlagfertig - Die Techniken

Probieren Sie es auf die harte Tour oder die weiche - oder greifen Sie auf das Notfall-Programm zurück.

Im Notfall

Ach-was-Technik. Sie wären ein Wunder an Schlagfertigkeit, wenn Ihnen nicht schon mal ein besonders überraschender, gemeiner oder absurder Angriff die Sprache verschlagen hätte. Sie machen den Mund auf - und es kommt nichts. Während Ihr Gesprächspartner Ihre Plomben zählt, verstreichen Sekunden. Peinlich. In diesem Fall hilft eine Nullaussage wie "Ach was", "Na so was" oder "Aha". Nicht das stärkste Argument, aber Sie gewinnen Zeit, weil jetzt Ihr Gesprächspartner wieder "dran" ist.

Durchzug-Technik. Keine Antwort ist manchmal die beste Antwort. Sie ignorieren den Angriff und führen Ihre Argumentation fort. Wichtig ist, dass sich Ihr Selbstbewusstsein in Ihrer Körpersprache widerspiegelt: Sie stehen aufrecht, ein Grinsen im Gesicht.

Auszeit-Technik. Bedenkzeit hat noch niemandem geschadet. Fordern Sie sie ein, wenn Ihnen keine gute Antwort einfällt. Etwa so: "Das Projekt ist total in die Hose gegangen." - "Hierzu kann ich auf die Schnelle nichts sagen. Ich will erst die Details kennen. Passt es Ihnen, wenn wir das Gespräch morgen Nachmittag fortführen?"

Hörfehler-Technik. Sie gehen scheinbar auf Ihren Gesprächspartner ein, indem Sie ihn zitieren. Dabei bauen Sie einen Fehler ein. Auf "Du bist dumm" erwidern Sie zum Beispiel: "Stumm soll ich sein? Ich rede mir hier den Mund fusselig, um Dir klar zu machen, dass ..." Schon Sind Sie zurück beim Thema. Wiederholt der andere seinen Vorwurf, reden Sie sich auf einen Hörfehler heraus. Diese Technik nutzt sich allerdings schnell ab. Sie sollten sie in einem Gespräch nur einmal verwenden.

Auf die harte Tour

Retour-Technik. Sie nehmen Ihrem Gegner die Waffe aus der Hand und richten sie auf ihn, das heißt, Sie bauen aus einzelnen Informationen oder Wörtern seiner Rede Ihrerseits einen Vorwurf. Kinder haben den Bogen raus, nur fehlt ihnen meist der Witz: "Du bist dumm." - "Du bist selber dumm." Witz entsteht, indem Sie den Gedanken weiterspinnen: "Du bist dumm." - "Damit kann ich leben. Denn seit ich Dich kenne, weiß ich, dass es mich härter hätte treffen können."

Besser-als-Technik. Überraschen Sie Ihren Gesprächspartner - geben Sie ihm Recht. Gleichzeitig schwächen Sie seinen Vorwurf ab, indem Sie zeigen, dass Ihr Fehler das kleinere Übel ist: "Auf dieses Problem hätten Sie mich viel früher hinweisen müssen." - "Besser jetzt als nie."

Gerade-weil-Technik. Folgt der gleichen Logik: erst den Vorwurf bestätigen und ihn dann in Ihrem Sinne umdeuten. Auf "Langsamer geht?s wohl nicht?" entgegnen Sie: "Gerade weil ich langsam und gründlich bin, mache ich fast nie Fehler. Und davon profitiert unsere Abteilung." Wichtig ist, dass Sie als Folge Ihres Handelns etwas hervorheben, das für Ihren Gesprächspartner einen Vorteil darstellt.

Vernebelungs-Technik. Sparsam dosiert, ist Unsinn durchaus sinnvoll. Er stiftet Verwirrung und bringt einen ungeübten Streiter aus dem Konzept. Probieren Sie es mal: "In der Anpassung unserer Strukturtransparenz sind wir marktführend."

Rückfrage-Technik. Frage, Antwort, Frage, Antwort - dieses Schema von Kommunikation haben uns Eltern und Lehrer beigebracht. Brechen Sie ruhig mal aus, stellen Sie eine Gegenfrage. So verschaffen Sie sich die Luft, die Sie brauchen, um Ihre Argumentation weiterzuspinnen. Die einfachste Rückfrage zielt auf Details: "Was genau wollen Sie damit sagen?" "Wie soll ich das verstehen?"

Übersetzer-Technik. Sie wiederholen den Vorwurf und zwingen Ihren Gesprächspartner so, Farbe zu bekennen: "Diese Entwicklung scheint an Ihnen vorbeigegangen zu sein." - "Wenn ich Sie richtig verstehe, halten Sie mich für inkompetent." Je mehr Sie den Vorwurf zuspitzen, desto eher wird Ihr Gesprächspartner ihn zurücknehmen. Typische Einleitungssätze für die Übersetzer-Technik sind: "Sie meinen also ...", "Dem entnehme ich...", "Wollen Sie damit sagen ...?"

Abgrenzungs-Technik. Fast schon eine Notfall-Technik, die Sie sich für schwere Angriffe, zum Beispiel Beleidigungen, aufheben sollten. Sie weisen Ihren Gesprächspartner darauf hin, dass er eine Grenze übertreten hat und verbitten sich dies: "Sie haben mich beleidigt. Bitte lassen Sie das." Oder: "Bitte bleiben Sie fair. Diesen Vorwurf lasse ich nicht auf mir sitzen." Oder: "Ihr Ton ist unverschämt. In dem Stil brauchen wir nicht weiter zu reden."

Auf die weiche Tour

Komplimente-Technik. Viele Führungskräfte haben einen wunden Punkt: Mit der Erfahrung und der Verantwortung nimmt auch ihre Eitelkeit zu. Befriedigen Sie sie. "Den Auftrag haben Sie vergeigt. Mir wäre das nie passiert." - "Sie sind auch ein Vorbild für mich. Ich würde gern von Ihnen lernen." Vorsicht: Sie müssen den Gesprächspartner gut kennen, sonst ist es nicht glaubhaft, dass Sie ihm Honig um den Bart schmieren.

Zugeständnis-Technik. Wenn Sie einen offensichtlichen Fehler gemacht haben, ist es besser, Sie entschuldigen sich und geloben Besserung, als dass Sie sich herauszureden versuchen. Gegen "Sie kommen eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit" hilft nur: "Entschuldigung, das tut mir leid. Ich werde ab sofort pünktlich sein." So entspannen Sie das Gespräch, ohne dass Sie Ihr Gesicht verlieren.

Ja-ganz-genau-Technik. Hinter jedem Vorwurf stecken Werte, die Sie angeblich verletzt haben. Wer Sie kritisiert, weil Ihr Schreibtisch unaufgeräumt ist, hält Ihnen den Wert Ordnung vor. Den müssen Sie aber nicht akzeptieren, denn vielleicht ist ja das Chaos die wahre Lebensform. Hinterfragen Sie die Werte Ihres Gesprächspartners, indem Sie Ihr Verhalten als normal und richtig darstellen: "Ja, herrlich, das kreative Chaos ist super stimulierend."

Seminar: Gekonnt kontern - So werden Sie schlagfertig

Nie wieder sprachlos sein! - So mancher wünscht sich bei spitzen Bemerkungen, blöden Sprüchen und anderen Verbalattacken Form vollendet parieren zu können. In diesem Seminar lernen Sie, wie Sie in verbalen Auseinandersetzungen mehr Sicherheit gewinnen, sich Gehör verschaffen und immer seltener wie ein "begossener Pudel" dastehen. Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage von Junge Karriere.

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