Aus nach Blackout
Dallas ohne Nowitzki an San Antonio gescheitert

Der erste Titelgewinn für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks in der weltbesten Basketball-Liga bleibt ein Traum. Nach einem Blackout im Schlussviertel unterlagen die wieder ohne ihren deutschen Star spielenden Gastgeber in der Nacht zum Freitag im sechsten Playoff-Finalspiel der Western Conference den San Antonio Spurs mit 78:90.

HB/dpa DALLAS. Damit fand die erfolgreichste NBA-Saison in der 22-jährigen Club-Geschichte der Mavericks ein vorzeitiges Ende. Nach der dritten Heim-Schlappe zogen sie in der Serie "best of seven" gegen den Champion von 1999 mit 2:4 den kürzeren. Die Spurs treffen im NBA-Endspiel vom nächsten Mittwoch an in maximal sieben Duellen auf die New Jersey Nets. Sie spielten schon im Vorjahr um die begehrteste Vereinstrophäe - verloren aber gegen die Los Angeles Lakers.

Die sechste Partie bot ein Deja-vu-Erlebnis zum fünften Spiel, als die Spurs zu Beginn des dritten Viertels souverän mit 17 Punkten führten, dann aber von den Mavericks entzaubert und mit 103:91 geschlagen wurden. Diesmal spielten die Mavericks die Spurs über drei Viertel an die Wand. 10:53 Minuten vor der Schlusssirene sahen sie wie der sichere Gewinner (71:58) aus. Doch plötzlich gelang ihnen nichts mehr. Nowitzki, wegen einer Bänderdehnung im linken Knie im dritten Spiel hintereinander nur Beobachter von der Spielerbank aus, kaute nervös am Halsausschnitt des T-Shirts. Er schien das Unfassbare zu erahnen.

Seine Teamkollegen "vergeigten" in 8:02 punktlosen Minuten sieben Würfe und gewährten dem Rivalen sechs Turnovers. Die Folge: Die Spurs erzielten 23 Zähler hintereiander und punkteten die Mavericks mit 34:9 aus. Selbst zwei Timeouts von Headcoach Don Nelson brachten die Texaner vor der Rekord-Kulisse von 20 812 Zuschauern nicht auf den Erfolgsweg zurück. Held der dramatischen Wende war Oldie Steve Kerr. Der 37 Jahre alte Guard, viermaliger NBA-Champion - Chicago Bulls (1996 bis 1998) und San Antonio -, war in den gesamten Playoffs nur 13 Minuten zum Einsatz gekommen und verbuchte lediglich zwei Punkte.

Diesmal wirkte der sicherste Fernwurfschütze der Liga insgesamt 13 Minuten mit und bedankte sich in der entscheidenden Phase mit drei Dreiern. 7:12 Minuten vor Spielschluss sorgte er für den Ausgleich (71:71), 44 Sekunden später für die 74:71-Führung. "Das war eine der schönsten Nächte meiner Karriere. Ich kam aus dem Nichts und traf wie ich wollte", sagte Kerr. Bester Spurs-Werfer war Stephen Jackson mit 24, bei den Mavericks Nick van Exel mit 19 Punkten. Sein Team sei aus dem siebten Himmel unsanft auf den Boden zurückgeholt worden, erklärte Don Nelson fassungslos: "Weil wir auf einmal nicht mehr trafen - so simpel und furchtbar zugleich war das."

"Das Desaster mit anzusehen, war extrem frustrierend. Ich hätte so gern geholfen. Es war furchtbar, so hilflos dazusitzen in Jeans", so Nowitzki. Er hatte vor dem Spiel noch einmal alles versucht, um aufzulaufen. "Die Gesundheit hat aber nicht mitgemacht. Ich hatte keine Kraft im Knie, konnte nicht springen, es hätte überhaupt keinen Sinn gemacht", begründete Nowitzki sein erneutes Fehlen.

Trotz des nicht verwirklichten Traums sei es "ein Riesenjahr gewesen", meinte Nowitzki. Mit 60 Siegen und 22 Niederlagen hatten die Mavericks ihre bislang beste reguläre Saison-Bilanz aufzuweisen.

Im Finale der Western Conference standen sie auch erst einmal 1988. "Das wir bis dahin gekommen sind, ist wieder ein Schritt nach vorn im Vergleich zu den letzten beiden Jahren, in denen wir jeweils eine Playoff-Runde früher ausgeschieden sind. Wir werden uns darauf aber nicht ausruhen. Wir wollen die Meisterschaft holen, und davon sind wir noch eine Kleinigkeit entfernt", bilanzierte Nowitzki, der für Deutschland bei der Europameisterschaft im September in Schweden spielen möchte. "Wenn das Knie in Ordnung ist, bin ich dabei", versicherte der gebürtige Würzburger.

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