Aus persönlichen Gründen
Stolte verzichtet auf erneute Kandidatur als ZDF-Intendant

Nach 20 Jahren wird ZDF-Intendant Dieter Stolte im März kommenden Jahres sein Amt abgeben. "Für mich ist der Zeitpunkt gekommen, dass in absehbarer Zeit ein Jüngerer das Amt übertragen erhält", erklärte der 66-Jährige vor dem Verwaltungsrat des Senders in Berlin.

dpa BERLIN/MAINZ. Mit seiner Erklärung wolle er den Gremien des ZDF die Möglichkeit geben, rechtzeitig die notwendigen Überlegungen einzuleiten. Der Intendant wird vom ZDF-Fernsehrat, der 77 Mitglieder hat, gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Die Erklärung Stoltes, der in seiner vierten Amtsperiode ist, kam nach Angaben aus ZDF-Kreisen völlig überraschend. Sein Verzicht habe rein persönliche Gründe.

Der als CDU-nah geltende Stolte, der jedoch über die Parteigrenzen Wertschätzung genießt, ist der mit Abstand dienstälteste Chef einer deutschen Rundfunkanstalt. Der Professor wurde 1982 Intendant des Mainzer Senders, der zu den größten Fernsehanstalten Europas zählt. Zuvor war Stolte unter anderem Leiter der Hauptabteilung Programmplanung des ZDF gewesen. Er wechselte 1973 als Fernsehdirektor zum damaligen Südwestfunk Baden- Baden und kehrte 1976 als Programmdirektor zum ZDF zurück. Stolte gründete die "ZDF- Senderfamilie" mit 3sat und Arte, er schuf die Multimedia-Aktivitäten des Senders und schloss Kooperationen mit dem Discovery und History Channel.

Finanzielle Sicherung

Bis zu seinem Ausscheiden werde er seinen "ungeschmälerten Beitrag zur Zukunftsentwicklung des ZDF leisten", sagte Stolte. Dazu gehörten vor allem die finanzielle Sicherung des ZDF im Rahmen der geltenden Gebührenperiode, der weitere Umbau des Senders zu einem modernen Multimedia-Programmunternehmen sowie die Optimierung des Programmprofils.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), sowie der stellvertretende Vorsitzende, Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU), erklärten, das Gremium habe die Entscheidung des Intendanten mit großem Bedauern, aber mit Respekt zur Kenntnis genommen. Stolte habe das ZDF über eine Epoche entscheidend geprägt und Weichen gestellt, die dem Sender einen zentralen Platz in der elektronischen Medienwelt auch in der Zukunft sicherten.

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