Ausbau des Kosmetikgeschäfts angestrebt
Henkel-Chef setzt auf Umsatzwachstum

Der Henkel-Konzern steht nach den Worten von Vorstandschef Ulrich Lehner zu dem Ziel, seinen Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um vier Prozent zu steigern. Henkel hatte noch bei der Vorlage der Quartalszahlen im Mai erklärt, die unsichere Weltlage gefährde die Prognose.

Reuters DÜSSELDORF. "Wir sehen eine Größenordnung von vier Prozent - mit der vergrößerten Unsicherheitsprognose und beim um Wechselkurse bereinigten Ebit weiterhin eine hohe einstellige Entwicklung", sagte Henkel-Chef Ulrich Lehner in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der Ergebnis- und der Umsatzausblick beziehe sich auf Umsätze in lokaler Währung, betonte er. Sollte der Dollar um einen Cent gegenüber dem Euro sinken, ergebe sich rein rechnerisch eine Belastung von 1,5 Mill. ? auf den Henkel-Jahresüberschuss und von 20 Mill. ? beim Umsatz. "Aber das hängt von der konkreten Hedging-Position ab, die wir gemacht haben. Wir hedgen sehr konservativ", unterstrich Lehner.

Lehner bekräftigte die Prognose, den Gewinn je Aktie (EPS) 2003 um knapp zehn Prozent steigern zu wollen: "Das steht weiter." Diese Prognose könnte übertroffen werden, wenn der Konzern Gewinne aus dem Verkauf seiner Anteile an dem Haarpflegespezialisten Wella realisieren kann: "Der Wella- Gewinn ist nicht in der Prognose enthalten." "Das EPS wird dann und wenn sich die Wella-Gewinne realisieren höher ausfallen", sagte Lehner. Die Gewinne würden aber erst realisiert, wenn die Bedingungen für das Wella-Angebot des US-Konkurrenten Procter & Gamble (P&G) erfüllt seien. "Wann das konkret passiert, ist noch offen." Analystenschätzungen, nach denen Henkel durch die Wella-Transaktion bis zu 100 Mill. ? Gewinn gemacht haben könnte, wollte er nicht kommentieren.

Kurz vor Ablauf der Angebotsfrist hatte Henkel die Offerte für seine 6,86 % an Wella angenommen. Zunächst hatte Lehner das P&G-Angebot für die Vorzugsaktien als zu niedrig kritisiert. "So ein Prozess muss irgendwann auch einmal zu Ende sein", sagte Lehner. "Ob es noch zu einer Nachbesserung kommt, wird sich zeigen. Und dann wären auch wir Gegenstand der Nachbesserung."

Mit Blick auf die Wella-Übernahme durch P&G, um den sich auch Henkel vergeblich bemüht hatte, sagte Lehner weiter: "Wella war für uns kein Muss." Henkel strebe weiter an, sein Kosmetikgeschäft auszubauen: "Wir haben dabei eine starke Position - insbesondere in Europa." Der Weltmarkt für Kosmetik habe ein Volumen von rund 180 Mrd. ?. Die zehn "Top-Player" hätten davon einen Anteil von 60 Mrd. ?. Der Markt sei damit groß genug, um die Position Henkels als stark zu beschreiben "und zu akquirieren".

Angesichts von Plänen der EU-Kommission, ein neues Registrierungs- und Zulassungsverfahren für chemische Produkte einzuführen, sagte Lehner, Henkel sehe mit Sorge, "dass da ein hohes Maß an Bürokratie betrieben wird und dass die Umkehrung der Beweislast sehr weitgehend diskutiert wird". Eine Umsetzung der Pläne würde Henkel "auf der Kostenseite treffen". Auch dürfe es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen kommen: "Wir müssen schauen, dass Europa als Markt dann nicht einen Wettbewerb erlebt zwischen kontrollierten europäischen und unkontrollierten ausländischen Produkten." Die Politik müsse im Interesse der chemischen Industrie in Brüssel Einfluss nehmen. "Wir wissen alle, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland von der Chemie abhängig sind", warnte Lehner.

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