Ausbleibende Fördersenkungen
Ölpreis gerät massiv unter Druck

Angesichts vorerst ausbleibender Fördersenkungen hat sich der Preisverfall bei OPEC-Öl dramatisch beschleunigt.

afp WIEN. Wie das Sekretariat des Kartells am Freitag in Wien mitteilte, wurden für Donnerstag nur noch 16,19 Dollar (35,88 Mark/18,35 Euro) pro Barrel (159 Liter) errechnet. Dies sind fast zwei Dollar weniger als am Mittwoch, als die OPEC-Staaten sich am Abend nicht auf eine sofortige Absenkung ihrer Produktion einigen konnten. Der Preis für OPEC-Öl ergibt sich aus den Kosten für sieben verschiedene Öl-Sorten, die an den internationalen Märkten gehandelt werden.

Die Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatten sich angesichts des seit Wochen anhaltenden Preisverfalls am Mittwochabend zwar grundsätzlich auf eine Drosselung ihrer Produktion um 1,5 Millionen Barrel pro Tag verständigt. Bedingung ist aber, dass Nichtmitglieder wie Norwegen, Mexiko und Russland ihre Produktion gleichfalls um zusammen täglich 500.000 Barrel herunterfahren. Während Mexiko zu einem Beitrag bereit ist und Norwegen zumindest ansatzweise Entgegekommen signalisiert, leht Russland als größter Exporteur der drei eine deutliche Fördersenkung aber kategorisch ab.

Am Londoner Öl-Markt erhohlte sich der Preis am Freitag leicht, nachdem der Kurs für die Nordsee-Sorte Brent am Vortag um rund 1,50 Dollar auf 17,33 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli 1999 gefallen war. Am Nachmittag wurden nun 17,85 Dollar pro Fass gezahlt. In New York war der Preis für die Sorte Light Sweet Crude für Dezemberlieferungen am Donnerstag um 2,29 Dollar auf 17. 45 Dollar gefallen.

"Das ist eine kleine Erholung nach dem Fall der letzten Tage", sagte Händler Jim Chilcott vom Londoner Broker GNI. "Niemand weiß, was zu tun ist. Man fragt sich, ob man bei diesem niedrigen Niveau kaufen soll, ohne zu wissen, ob die Nicht-OPEC-Produzenten ihre Förderung senken werden." Wenn dies nicht passiere, werde auch die OPEC die Öl-Hähne nicht drosseln. "Dann laufen wir Gefahr, dass der Kurs bis auf zwölf Dollar pro Barrel runtergeht." De facto hänge nun alles von Russland ab.

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