Ausblick 2004
Chemiebranche setzt auf Export

Die deutsche Chemieindustrie setzt bei ihren Hoffnungen auf eine moderate Erholung 2004 vor allem auf das weiterhin florierende Exportgeschäft.

HB FRANKFURT. Sorgen bereitet dem viertgrößten Industriezweig in Deutschland dabei der Höhenflug des Euro, während beim Rohöl - dem wichtigsten Rohstoff für die Industrie - niedrigere Preise erwartet werden.

"Für das kommende Jahr rechnen wir mit einer - wenn auch nur moderaten - Erholung", sagte Jürgen Hambrecht, Präsident des Chemiedachverbandes VCI und Chef des weltweiten Branchenprimus BASF am Donnerstag in Frankfurt. Bei Produktion und Umsatz erwartet die Chemiebranche einen leichten Zuwachs von 1,5 %. "Dabei stützen sich unsere Hoffnungen trotz des derzeit starken Euros vor allem auf das Exportgeschäft", sagte der VCI-Chef. Hambrecht warnte aber vor einem zu starken Anstieg der Gemeinschaftswährung. "Sollte der Euro-Kurs im Jahr 2004 allerdings erneut stark ansteigen, so wird sich dies spürbar auf die Umsätze und Erträge auswirken", sagte Hambrecht.

Analysten sprachen von einem vorsichtigen Branchenausblick mit einigen Anzeichen von Optimismus. Der Dow Jones Stoxx-Index für die europäischen Chemietitel verlor am Nachmittag 0,8 %. Die BASF-Aktie büßte 1,3 % ein. Bereits im laufenden Jahr stützte sich das leichte Umsatzwachstum der Branche auf den Export, während das Inlandsgeschäft nicht von der Stelle kam.

Die Chemie gilt als so genannte frühzyklische Industrie. Veränderungen des konjunkturellen Umfelds spürt sie in der Regel als eine der ersten Branchen in den Auftragsbüchern, da sie praktisch sämtliche Wirtschaftszweige mit ihren Produkten beliefert. Die Konzerne machten jüngst angesichts der leicht anziehenden Weltwirtschaft erste Anzeichen für eine Belebung aus. Ein Risiko bleibe allerdings der starke Euro - die Gemeinschaftswährung notiert inzwischen bei mehr als 1,20 Dollar. Alles was darüber liege spüre die Branche beim Wachstum, sagte Hambrecht. Allein in den letzten vier Wochen war der Euro um mehr als sechs US-Cent nach oben geschnellt. Bei den Prognosen für 2004 unterstellt der Verband einen Eurokurs von 1,15 bis 1,20 ?. Beim Rohöl, dem wichtigsten Rohstoff der Branche, erwartet Hambrecht aber Preisrückgänge und damit etwas Erleichterung für die Unternehmen.

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