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Ausblick 2005: Gemischte Gefühle an der Wall Street - Zinsen und Ölpreis

Die Angst vor Terroranschlägen, die wirtschaftlichen Auswirkungen des hohen Ölpreises und die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl haben im laufenden Jahr in den USA das Anlegervertrauen und das Geschäftsklima gleichermaßen zerrüttet.

dpa-afx FRANKFURT. Die Angst vor Terroranschlägen, die wirtschaftlichen Auswirkungen des hohen Ölpreises und die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentenwahl haben im laufenden Jahr in den USA das Anlegervertrauen und das Geschäftsklima gleichermaßen zerrüttet. Die großen Erwartungen der Anleger zum Jahresbeginn wurden bitter enttäuscht. Das kommende Jahr sehen Aktienexperten mit gemischten Gefühlen.

"Nachdem wir die Lähmung rund um die Präsidentenwahl hinter uns haben, werden sich die Anleger allmählich wieder den einzelnen Aktien zuwenden", sagte die Leiterin des Privatkunden-Research von RBC Capital Markets, Janet Engels. Ihrem Chefaktienstrategen Phil Dow zufolge wurden 2004 knapp fünf Billionen Dollar aus Angst und Unsicherheit nicht angelegt. Ihre Portfolio-Analystin Janelle Nelson geht vor dem Hintergrund der zu investierenden Bargeldbestände, sinkender Energiepreise bei schrittweise steigenden Zinsen und einem anhaltenden Wachstum der Unternehmensgewinne davon aus, dass 2005 ein besseres Aktienjahr werden könnte als 2004.

10,7% EPS-Wachstum Erwartet

Analysten erwarten, dass die im breit angelegten S & P-500-Index notierten Gesellschaften im kommenden Jahr den Gewinn pro Aktie (EPS) im Schnitt um 10,7 Prozent steigern können. Rund 78 Prozent der Unternehmen trauen sie eine Steigerung der Margen zu. Der Aktienexperte Tobias Levkovich von Smith Barney erhöhte seine Prognose für den Jahresendstand 2005 des S & P-500-Index von 1 225 auf 1 300 Punkte.

Aktienstratege Henry Mcvey von Morgan Stanley senkte unterdessen seine Schätzung von 1 275 auf 1 250 Punkte. Seit dem Schlussstand von 1 112 Punkten am 31. Dezember 2003 hat sich der Index in diesem Jahr (Stand 10. Dezember) um 6,84 Prozent oder 1 188,00 Punkte verbessert. Mcvey verwies auf die zu erwartenden Zinserhöhungen der US-Notenbank und Bewertungsgründe. Die Volkswirte der US-Investmentbank erwarten bis zum Jahresende 2005 Zinserhöhungen um insgesamt 125 Basispunkte auf 3,5 Prozent.

Auch die Analysten von DWS Investments sehen die Geldpolitik der US-Notenbank als wichtigen Faktor. "Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren Kurs in Richtung eines konjunkturneutralen Zinsniveaus fortsetzen wird. Für in Euro rechnende Anleger wird - wieder einmal - viel von der Wechselkursentwicklung des Dollars abhängen", schreiben sie. Im laufenden Jahr werde vom Wertzuwachs bei den US-Aktien auf Grund der Abwertung des Greenback auf Euro-Basis voraussichtlich so gut wie nichts übrigbleiben.

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