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Ausblick 2005: Kostensenkungen und Umbau stehen bei Großbanken erneut im Fokus

Bei den deutschen Großbanken stehen nach Einschätzung von Experten 2005 erneut Kostensenkungen und Umstrukturierungen im Mittelpunkt. Das Anfang 2004 vor allem in der Politik hoch gehandelte Thema Fusionen ist dagegen erst einmal so gut wie vom Tisch.

dpa-afx FRANKFURT. Bei den deutschen Großbanken stehen nach Einschätzung von Experten 2005 erneut Kostensenkungen und Umstrukturierungen im Mittelpunkt. Das Anfang 2004 vor allem in der Politik hoch gehandelte Thema Fusionen ist dagegen erst einmal so gut wie vom Tisch. "Fusionen unter den Privatbanken sind kein Thema für 2005", sagte Merck Finck & Co-Analyst Konrad Becker. "Das würde sich nur ändern, wenn sich - womit ich nicht rechne - doch ein ausländischer Wettbewerber in Deutschland engagiert." Dies sehen die meisten Experten ähnlich.

Damit spielt der Faktor, der Anfang 2004 noch für Kursfantasien bei den im Dax notierten Aktien der deutschen Großbanken sorgte und diese in die Höhe trieb, im kommenden Jahr keine Rolle mehr. Schon Mitte dieses Jahres war die Fusionsfantasie aus den Aktien wieder heraus, und so schneiden die Bankaktien zu Ende 2004 schlechter als der deutsche Leitindex oder vergleichbare europäische Banktitel ab.

2005 sieht HVB-Analyst Andreas Weese wie bereits in der zweiten Jahreshälfte 2004 vor allem den weiteren Kostenabbau als möglichen Werttreiber für die Banktitel. Merck Finck-Experte Becker rechnet zudem mit einem weiteren Rückgang der Risikovorsorge, auch wenn dieser nicht mehr so stark wie 2004 ausfallen dürfte.

Rendite Muss BEI Allen Grossbanken Weiter Steigen

Insgesamt müssen vor allem die Hypovereinsbank (HVB) und die Commerzbank beweisen, dass sie ihre Rendite nachhaltig steigern können. In diesem Punkt hinken sie weit hinter der Deutschen Bank her. Doch auch der Branchenprimus muss seine Rentabilität erst noch auf internationales Niveau bringen, um die Marktkapitalisierung wieder an die in etwa gleich großen europäischen Konkurrenten wie die Hsbc , UBS oder die BNP Paribas heranzubringen.

Bis dahin hat Bankchef Josef Ackermann jegliche Fusionsbemühungen mit anderen europäischen Instituten, wie den immer wieder in Marktgerüchten oder Presseberichten ins Gespräch gebrachte Zusammenschluss mit der Credit Suisse , erst einmal hinten angestellt. Er will im kommenden Jahr vor allem die Abhängigkeit vom Handelsergebnis verringern und den Anteil des ertragsstabileren Geschäfts erhöhen. Aktienexperten beurteilen die Chancen der Deutschen Bank im Vergleich zu den anderen beiden im Dax notierten Geschäftsbanken am optimistischsten.

HVB-Aktie Wird AM Kritischsten Gesehen

34 von 45 Analysten empfehlen nach einer Erhebung der comdirect das Papier der Deutschen Bank derzeit zum Kauf - und nur einer zum Verkauf. Im bisherigen Verlauf des Jahres schnitt die Aktie mit einem leichten Plus zwar schlechter als der Dax ab, übertraf dabei aber die Anteile an der HVB, der zweitgrößten börsennotierten deutschen Bank, und der Commerzbank deutlich. Für das kommende Jahr sind die Experten mit Blick auf die Aktienentwicklung bei der HVB am skeptischsten. Für die Aktie gibt es ebenso viele Verkaufs- wie Kaufempfehlungen (10), während 13 Experten auf Halten setzen.

Die Experten sehen die HVB beim Konzernumbau am weitesten hinten. Während die Commerzbank den Rückzug und die dadurch anfallenden Kosten aus dem für sie zuletzt defizitären Investmentbanking bereits Anfang November bekannt gegeben hat, rechnen die Analysten bei der Münchener HVB noch mit der Ankündigung eines umfangreichen Stellenabbaus. Zudem könnten die Probleme im gewerblichen Immobiliengeschäft zu umfangreichen Wertberichtigungen führen.

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