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Ausblick 2005: Luftverkehr im Aufwind - Aber manchen Linien droht der Absturz

Im Luftverkehr geht es wieder steil nach oben. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa wird in diesem Jahr erstmals mehr als 50 Mill. Passagiere zählen und hat die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft.

dpa-afx FRANKFURT. Im Luftverkehr geht es wieder steil nach oben. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa wird in diesem Jahr erstmals mehr als 50 Mill. Passagiere zählen und hat die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Deutsche Billigflieger wie Air Berlin oder Germanwings boomen weiter, nehmen immer mehr neue Strecken in ihr Programm auf und wollen ihre Flugzeugflotten erweitern. Doch der Kostendruck angesichts massiver Überkapazitäten in ganz Europa bereitet vielen Unternehmen auch Probleme, die ersten verschwinden vom Markt.

In den vergangenen Monaten ging es Schlag auf Schlag: Im Oktober meldete der niederländische Billigflieger V Bird Insolvenz an. Das Unternehmen hatte vor allem vom Niederrhein-Flughafen in Weeze unweit der niederländischen Grenze aus Flüge angeboten. Im November folgte das Aus für die italienische Volare. Und Anfang Dezember verschwand auch die vor einem Jahr gestartete Air Polonia von den Anzeigetafeln der Flughäfen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte für die Wintersaison bereits die Pleite zahlreicher Billigflieger prophezeit und von einem Blutbad gesprochen. Auch eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Mercer sagt weiteren der mehr als 50 europäischen Billigflieger den Konkurs voraus. Trotzdem werde sich der Marktanteil der Low Cost Carrier von heute 19 Prozent auf mindestens 33 Prozent im Jahr 2010 noch steigern. "Die Gewinner sind Ryanair und easyjet Plc , die den Markt künftig noch stärker dominieren", heißt es in der Untersuchung.

Auch wenn nach Jahren des Booms der Billigflieger die Luft dünner wird: Noch immer drängen auch weitere Unternehmen neu auf den Markt und die etablierten Billigflieger expandieren. So peilt die deutsche Germanwings, an der die Lufthansa indirekt zu 49 Prozent beteiligt ist, kommendes Jahr ein Wachstum um mehr als 20 Prozent auf über fünf Mill. Fluggäste an. Und auch Air Berlin, mit für 2004 erwarteten rund 11,6 Mill. Reisenden inzwischen die Nummer zwei in Deutschland, rüstet sich mit einem Milliardenauftrag für weiteres Wachstum. Gleich für 110 Maschinen des Typs A320 unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung, die ersten Jets sollen im kommenden September ausgeliefert werden.

Mit dem Boom der Billigflieger wird sich der Luftverkehrs-Markt weiter spalten: Auf der einen Seite die großen Allianzen, die ein weltumspannendes Netz anbieten und zum anderen die Billigflieger, die sich auf kürzere Direktverbindungen spezialisieren. Dabei sieht sich die Lufthansa mit dem größten Bündnis Star Alliance gut gerüstet. Doch vor allem der Druck auf kleinere nationale Airlines wird weiter zunehmen. "Eine Flagge, eine Hymne - aber braucht eine Nation eine Fluggesellschaft?", fragt zum Beispiel eine Studie der Investmentbank Morgan Stanley.

Doch die Konsolidierung des europäischen Marktes erfolgt langsamer als von vielen erwartet. Immerhin haben sich Air France und KLM in diesem Jahr zur nunmehr umsatzstärksten Fluggesellschaft der Welt zusammen geschlossen, wenn auch der Doppelname geblieben ist. Dagegen versucht sich die finanziell angeschlagene Alitalia weiter allein zu behaupten - jetzt muss zunächst die EU-Kommission entscheiden, ob sie dem Sanierungsplan für die mehrheitlich noch dem Staat gehörende Gesellschaft zustimmt. Und auch die Swiss, bei der es auch in diesem Jahr weiter Gerüchte über eine Fusion mit der Lufthansa gab, versucht weiter auf eigenen Beinen zu stehen./rg/DP/zb

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