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Ausblick 2005: Mobilfunk-Provider wollen Geschäft massiv ausbauen

Trotz fallender Preise sehen sich die führenden Mobilfunk-Provider gut gerüstet für den sich verschärfenden Wettbewerb um Neukunden. Die Marktführer mobilcom und debitel wollen im kommenden Jahr von der UMTS-Einführung profitieren und ihr Geschäft kräftig ausbauen.

dpa-afx FRANKFURT. Trotz fallender Preise sehen sich die führenden Mobilfunk-Provider gut gerüstet für den sich verschärfenden Wettbewerb um Neukunden. Die Marktführer mobilcom und debitel wollen im kommenden Jahr von der UMTS-Einführung profitieren und ihr Geschäft kräftig ausbauen. Ihre zwischenzeitliche Schwächephase haben die beiden Unternehmen nach Einschätzung ihrer Vorstandschefs überwunden.

Derzeit gewinnen die Mobilfunkkonzerne jeden dritten Mobilfunkkunden über einen Zwischenhändler, wobei ein Großteil auf die beiden Schwergewichte entfällt. Die Provider sind damit ein wichtiger Vertriebskanal für die Netzbetreiber T-Mobile , Vodafone und E-Plus. Bislang verzichtete nur O2 auf die Kundengewinnung über den Zwischenhandel. Thorsten Grenz, Vorstandsvorsitzender von mobilcom, erwartet, dass sich der Marktanteil weiter erhöhen wird: "Fakt ist, die Service-Provider sind da und haben einen steigenden Anteil am Markt", sagte er. Einen konkreten Zielwert nannte er allerdings nicht.

'Zurück IM Spiel'

Durch hausgemachte Probleme waren die beiden Branchenführer in schwieriges Fahrwasser geraten. So rutschte mobilcom durch den Aufbau eines eigenen UMTS-Netzes an den Rand der Pleite und konnte sich erst durch die Rückbesinnung auf das Providergeschäft unter Grenz wieder fangen. Nach einem Kundenrückgang im vergangenen Jahr verzeichnet mobilcom, die Nummer zwei der Branche hinter debitel, 2004 wieder Zuwächse. Die geglückte Rettung honorieren auch die Analysten: "mobilcom ist zurück im Spiel", sagten die Experten von UBS.

Die Probleme hatten Diskussionen über ein Ende der Mobilfunkprovider genährt. "Das ist ein Auslaufmodell", lästerte ein Vorstand eines führenden Netzbetreibers noch vor wenigen Monaten. Diese Sicht hat sich mittlerweile geändert: "Die Provider sind für uns ein sehr wichtiger Vertriebskanal, mit dem wir weiter planen", sagte Markus Gehmeyr, Sprecher von E-Plus. T-Mobile und Vodafone sehen debitel & Co als "wesentlichen Bestandteil unseres Geschäfts".

Schub Durch UMTS-Aufbau

Neuen Schub soll nun der Multimediadienst UMTS bringen, der 2005 zum Massengeschäft werden soll. "Das kommende Jahr wird ein signifikantes Aufbaujahr für UMTS und wir partizipieren davon", sagte debitel-Chef Paul Stodden. Die Stuttgarter setzten wie mobilcom im UMTS-Geschäft vor allem auf Vodafone , die mit massivem Werbeaufwand den neuen Standard zum Erfolg bringen wollen. "Vodafone ist am weitesten im UMTS-Geschäft und einen Teil der Kundschaft holen wir durch unseren Vertrieb", sagte Grenz.

Durch die Einführung von UMTS wird auch O2 als letzter sein Netz für die Provider öffnen müssen. "Wir reden mit den Unternehmen und werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte zu einer Einigung kommen", sagte ein Sprecher. Die mmo2-Tochter hatte sich bislang gegen die Zwischenhändler gesperrt, muss aber laut den UMTS-Lizenzbedingungen sein Netz für die Provider öffnen.

Ungebremstes Geschäft

Grenz rechnet wie auch Stodden für das kommende Jahr mit einem ungebrochenen Wachstum der Telekombranche. "Ich gehe davon aus, dass der Mobilfunkmarkt 2004 um neun Prozent gewachsen ist. Im kommenden Jahr wird der Umfang ähnlich sein", sagte Grenz. Auch debitel-Chef Stodden sieht trotz der Sättigung des Mobilfunkmarktes noch Wachstumschancen. "Es gibt immer noch mögliche 15 Mill. neue Nutzer." Derzeit existieren rund 70 Mill. Handy-Verträge in Deutschland, wobei ein Teil nicht genutzt wird.

Die nach dem Eigentümerwechsel zur alten Stärke zurückgekehrte debitel AG hat rund doppelt so viele Kunden wie mobilcom, die zum Jahreswechsel 4,5 Millionen Menschen unter Vertrag haben wollen. Mit deutlichem Abstand folgen die Wettbewerber Drillisch und Talkline. Durch die verzögerte Übernahme von debitel durch den Finanzinvestor Permira hatte das Neukundengeschäft des Branchenprimus gelitten. Mittlerweile geht es wieder bergauf: "Wir sind gut unterwegs und werden bei den Kundenzahlen über dem Niveau des Jahresanfangs liegen", sagte Stodden der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

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