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Ausblick 2005: Pharma wird auch 2005 stark auf Biotech angewiesen sein

Biotechnologie-Produkte werden wegen des oftmals fehlenden Nachschubs an umsatzstarken Medikamenten für Pharmaunternehmen auch im kommenden Jahr weiter an Bedeutung gewinnen.

dpa-afx FRANKFURT. Biotechnologie-Produkte werden wegen des oftmals fehlenden Nachschubs an umsatzstarken Medikamenten für Pharmaunternehmen auch im kommenden Jahr weiter an Bedeutung gewinnen. "Die Biotech-Unternehmen verfügen über eine Vielzahl innovativer Medikamente, die sich bereits in der klinischen Entwicklung befinden, sind aber ihrerseits bei der Finanzierung umfangreicher klinischer Phase III-Studien sowie bei der Vermarktung oftmals auf die Unterstützung von Pharma-Unternehmen angewiesen", umreißt Fondsmanagerin Nicole Körtge vom dit die Beziehung beider Branchen zueinander. Einen Einstieg in die Biotech-Branche rät die Expertin allerdings nur risikofreudigen Anlegern.

Mehr Neuzulassungen BEI Biotechs

In den vergangenen zwei Jahren hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA nach Angaben der DZ-Bank mehr Medikamente von Biotechnologie-Unternehmen zugelassen als von Pharmakonzernen. "Besonders wichtig für die Branche war die Zulassung des Multiple-Sklerose-Medikaments Tysabri", unterstreicht Körtge. Tysabri, das Ende November in den USA von der FDA grünes Licht für die Marktzulassung erhalten hat, ist ein Konkurrenzprodukt zu Scherings Hauptumsatzträger Betaferon (USA: Betaseron) und wird von dem irischen Biotechnologie-Unternehmen Elan Corp. und Biogen Idec entwickelt und vermarktet. Zudem gab die FDA Mitte Dezember Sepracor ihr o.K. für die Markteinführung von Lunesta (ehemals Estorra) gegen Schlaflosigkeit.

Auch 2005 sollten Biotech-Produkte eine größere Rolle bei den Neuzulassungen spielen", erwartet die Expertin. Bei Medigene rechnen die Analysten Thomas Höger und Patrick Fuchs von der DZ-Bank 2005 weiterhin mit positiven Nachrichten zur Umsatzentwicklung sowie zu einem weiteren Pharmadeal. "Einen attraktiven Abschluss einer Vertriebskooperation für das zukünftige Produkt Polyphenon-E erwarten wir 2005 und das Erreichen der Gewinnzone 2006", heißt es bei der DZ-Bank. Ab 2006 sollte Medigene mit Polyphenon E- ein zweites Medikament nach dem Krebsprodukt Eligard auf dem Markt haben. Neuigkeiten könnte es zudem von dem Produktkandidaten MBT-0 206 geben, den Medigene 2004 von einer insolventen Münchener Biotechfirma übernommen hatte.

Kursplus VON IM Schnitt zehn Prozent Erwartet

Körtge, die seit mehr als fünf Jahren den dit-Biotechnologie-Fonds verwaltet, erwartet durchschnittlich für die Biotech-Branche ein Kursplus von zehn Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von derzeit 25 bis 30 Prozent bezogen auf die für 2004 erwarteten Gewinne seien derzeit jedoch besonders die US-Werte schon recht hoch bewertet. Dagegen sind im Vergleich zu den amerikanischen Pendants einige deutsche Biotech-Unternehmen recht niedrig bewertet, erklärt Analyst Thomas Schiessle:. "Ein geradezu klassisches Beispiel ist GPC Biotech . Hier ist der Kurs in den USA seit der Börsennotiz an der Nasdaq um mehr als 30 Prozent gestiegen, während wir in Deutschland im gleichen Zeitraum ein Plus von um die 25 Prozent gesehen haben", erklärt der Herausgeber des Branchenkompass Biotech. Auch bei Medigene sieht der Branchenbeobachter Nachholbedarf bei der Aktie.

Kooperationen MIT Pharma

"Die meisten deutschen Biotech-Unternehmen haben sich 2004 deutlich weiterentwickelt", so die Experten der DZ-Bank. Zahlreiche Forschungs- und Vermarktungskooperationen sowie Beteiligungskäufe haben die Kurse der jeweiligen Biotechnologie-Unternehmen in die Höhe katapultiert. So hat sich die Aktie des Antikörper-Spezialisten Morphosys nach dem Einstieg des Schweizer Pharmakonzern Novartis geradezu explosionsartig verteuert. Alleine in diesem Jahr hat das Morphosys-Papier fast 250 Prozent zugelegt. Punkten konnte die im TecDax gelistete Morphosys auch erneut bei Schering . Mit dem drittgrößten deutschen Pharmakonzern, der derzeit 6,62 Prozent an Morphosys hält, verlängerten die Martinsrieder ihre Kooperation in der Krebsforschung um weitere zwei Jahre. Unternehmenschef Simon Moroney peilt für 2005 einen bisher nicht genau bezifferten Gewinn an. Größter Aktionär ist die Cambridge Antibody Technology Group mit einem Anteil von 10,87 Prozent, während Novartis Pharma hält 9,06 Prozent hält.

Krebsforschung Lukrativ - Viele Pharmaunternehmen Wollen Sich Engagieren

Viele Pharmaunternehmen wollen gerade im lukrativen Geschäft mit Krebsmedikamenten ihr Engagement auf- oder ausbauen: "Diese Tendenz dürfte zu weiteren Beteiligungen von Pharma- an Biotech-Unternehmen führen", erwartet Fondsmanagerin Körtge. Besonders Produkte in späten Phasen der klinischen Entwicklung seien für die Pharmagrößten interessant aber oft zu teuer, unterstreicht Analyst Thomas Schiessle. In der Branche würden für zukünftige Medikamente, die beispielsweise in der Phase I der klinischen Entwicklung seien und eine eher geringe Wahrscheinlichkeit haben auf den Markt zu kommen, 50 bis 150 Mill. Dollar gezahlt. Für Phase II-Produkte müsse ein Pharmakonzern schon 100 bis 200 Mill. Dollar auf den Tisch legen. Wenn das zukünftige Medikament dann schon kurz vor der Markteinführung stehe (Phase III) würden in der Regel immerhin 150 bis 250 Mill. Dollar gezahlt, schätzen die Branchenkenner.

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