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Ausblick: Analysten erwarten bei MAN deutlich verbesserte Ertragslage

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat getragen vom Lkw-Boom in Westeuropa und Restrukturierungserfolgen nach einhelliger Analystenmeinung die Ertragslage im zweiten Quartal 2004 deutlich verbessert. Der Umsatz dürfte kräftig ansteigen.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat getragen vom Lkw-Boom in Westeuropa und Restrukturierungserfolgen nach einhelliger Analystenmeinung die Ertragslage im zweiten Quartal 2004 deutlich verbessert. Der Umsatz dürfte kräftig ansteigen.

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwarten die zwölf von dpa-AFX befragten Analysten im Schnitt 134 Mill. ?. Die Spanne reicht von 122 bis 149 Mill. ?. Im Vorjahresquartal hatte MAN ein um die inzwischen verkaufte Sparte SMS bereinigtes Ebit in Höhe von 104 Mill. ? erzielt.

Das DAX-Unternehmen präsentiert am Donnerstag (12. August) die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2004.

Prognose: Umsatz BEI 3,58 MRD Euro

Der Umsatz wird im zweiten Quartal zwischen 3,360 und 3,830 Mrd. ? und im Durchschnitt bei 3,58 Mrd. ? gesehen. Vor einem Jahr lag der MAN-Umsatz (ohne SMS) bei 3,273 Mrd. ?. Beim Gewinn vor Steuern (EBT) hat der Konzern zwischen April und Juni laut Analysten im Durchschnitt rund 94 Mill. ? verdient - die Erwartungsspanne reicht hier von 83 bis 109 Mill. ?. Im zweiten Quartal 2003 waren es 63 Mill. ? (ohne SMS).

Auch das Sorgenkind des Konzerns, die defizitäre Druckmaschinensparte, dürfte von einem steigenden Auftragseingang profitiert haben. Hier glauben die meisten Marktbeobachter, dass der Bereich jedoch erst im dritten oder vierten Quartal des Jahres schwarze Zahlen schreibt.

Unterschiedliches Echo Bezüglich DER Jahresprognose

Unterschiedlich fällt das Analystenecho bezüglich der Jahresprognose aus. Richard Schramm von Hsbc Trinkaus & Burkhardt glaubt nicht, dass der MAN-Vorstand die Zielmarke für den operativen Vorsteuergewinn (EBT) von mindestens 400 Mill. ? erhöht. "Mit den Gewerkschaften laufen die Verhandlungen über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Da wird das Management versuchen, den Ball flach zu halten."

Dagegen hofft Stephan Droxner von der Landesbank Baden-Württemberg (Lbbw) auf eine Anhebung der "sehr konservativen Prognose". Die Margen hätten sich voraussichtlich in allen Geschäftsbereichen deutlich verbessert.

Nutzfahrzeuge ALS Wachstums- UND Ertragsmotor

Einheitlich bewerten die Analysten die Nutzfahrzeugsparte als Umsatz- und Ertragsmotor der Münchner. "MAN profitiert einerseits von den Hausaufgaben, die man auf der Kostenseite gemacht hat, andererseits vom Marktaufschwung", sagte Robert Heberger von Merck Finck. Zudem wird damit gerechnet, dass die Messe IAA Nutzfahrzeuge (ab 23. September) in Hannover allen Anbietern zusätzliche Impulse gibt. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) stieg der Auftragseingang der deutschen Nutzfahrzeugbranche von Januar bis Juli um 23 %.

Bei den Druckmaschinen bewerten mehrere Analysten die Weltmesse drupa (Mai) als Erfolg für MAN. Dies werde sich im Auftragseingang und in der zweiten Jahreshälfte dann im Umsatz widerspiegeln. Umgekehrt minderten die hohen Kosten für den drupa-Messestand den Ertrag. Trotz Problemen beim Bogendruck sei die gesamte Sparte auf einem guten Weg zurück in die schwarze Zahlen, meinte Richard Schramm von Hsbc Trinkaus & Burkhardt.

Unsicherheit Über Strategie DER Grossaktionäre

Das Potenzial der Aktie wird differenziert betrachtet. Frank Westin von der Westlb sieht für das Papier einen Horizont von 36,00 ?, Erhard Schmitt von der Helabatrust ist skeptischer: Die Aktienentwicklung werde weiterhin gehemmt durch hohe Markterwartungen und Befürchtungen, MAN-Großaktionäre (u.a. Allianz , Commerzbank , Münchener Rück ) könnten sich wegen des attraktiven Kurses bald verabschieden.

Überblick der Analystenschätzungen in Mill. ?

^Durchschnitt Niedrigste Höchste Q2 2003* (Prognose)

Umsatz 3 580 3 360 3 830 3 273 Ebit 134 122 149 104 EBT 94 83 109 63°

* um SMS bereinigt

Befragte Banken: Helabatrust, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Rheinland-Pfalz, Hsbc Trinkaus & Burkhardt, LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, HVB Equity Research, Westlb, Bankgesellschaft Berlin, Merck Finck, DZ Bank, ING BHF-Bank, Commerzbank

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