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Ausblick: Analysten rechnen mit Gewinnwarnung bei VW für 2004

(dpa-AFX) Frankfurt - Der Volkswagen-Konzern < VOW.ETR > dürfte nach einhelliger Meinung von Marktbeobachtern an diesem Freitag bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz sein Gewinnziel für 2004 endgültig abschreiben. Unter Analysten herrscht Konsens, dass der Wolfsburger Autobauer seine Prognose, den operativen Vorjahresgewinn von 2,5 Milliarden Euro zu übertreffen, nicht mehr einhalten kann.

(dpa-AFX) Frankfurt - Der Volkswagen-Konzern < VOW.ETR > dürfte nach einhelliger Meinung von Marktbeobachtern an diesem Freitag bei der Vorlage seiner Quartalsbilanz sein Gewinnziel für 2004 endgültig abschreiben. Unter Analysten herrscht Konsens, dass der Wolfsburger Autobauer seine Prognose, den operativen Vorjahresgewinn von 2,5 Milliarden Euro zu übertreffen, nicht mehr einhalten kann.

Grund dürfte ein äußerst schlecht verlaufenes zweites Quartal sein. Elf von dpa-AFX befragte Analysten rechnen durchschnittlich mit einem Einbruch des operativen Gewinns von 616 Millionen Euro im Vorjahr auf knapp 462,3 Millionen Euro. Dabei reicht die Spanne von 423 bis 504 Millionen Euro. Der Überschuss dürfte sich mehr als halbiert haben und wird durchschnittlich bei 178,50 Millionen Euro gesehen (394 Mio). Einen noch vehementeren Einbruch sehen die Experten beim Vorsteuerergebnis: Hier werden im Durchschnitt 291,73 Millionen Euro erwartet - nach 679 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz dürfte laut Konsensus bei 22,675 Milliarden Euro liegen (22,133 Mrd).

Markt Wartet Seit Längerem AUF Prognose

Auf eine Senkung der Jahresprognose wartet der Markt bereits seit längerem. Der Konzern hatte zwar bis zuletzt alle diesbezüglichen Gerüchte abgeschmettert. Dass aber Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Freitag höchstpersönlich die Bilanz des zweiten Quartals in einer Telefonkonferenz kommentieren wird, unterstreicht nach Ansicht von Analysten die Wichtigkeit der bevorstehenden Nachrichten. Sollte Volkswagen seine Prognose senken ohne einen neuen Richtwert anzugeben, dürfte das nach Ansicht eines Frankfurter Experten an der Börse erneut für Unsicherheit und Druck auf den VW-Kurs sorgen.

Autoanalysten gehen inzwischen durchschnittlich davon aus, dass Volkswagen nun mehr zwischen 1,9 und 2 Milliarden Euro operativen Gewinn im Jahr 2004 erzielen kann. "Beim Konzern brennt es derzeit an vielen verschiedenen Stellen", schreibt Fabian Kania von der Helaba Trust in seiner aktuellsten Studie. So machen ein schwaches US-Geschäft, der jüngste Absatzeinbruch in China, Belastungen durch Wechselkurseffekte, das Auslaufen einzelner Modelle wie dem Passat und nicht zuletzt der Flop des Oberklassewagens Phaeton zu schaffen, für den Pischetsrieder jüngst erstmals Fehler eingeräumt hat.

Verkaufsanreize Drücken DEN Gewinn

"Volkswagen musste in der letzten Zeit in den USA und auch in Europa immer mehr zu Verkaufsanreizen greifen, auch das drückt auf den Gewinn", sagt Georg Stürzer von der Hypovereinsbank. So war der Absatz des neuen Golf erst durch die kostenlose Zugabe einer Klimaanlage in Schwung gekommen. Wegen des schleppenden Autoabsatzes sind inzwischen im Stammwerk Wolfsburg die Werksferien um eine Woche verlängert worden.

Der Konzern hatte aber schon im März mit seinem Kosteneinsparprogramm "Formotion" die Reißleine gezogen. Bis zum Jahr 2005 sollen zu den bisher eingeplanten 2 Milliarden Euro Kostensenkungen weitere 2 Milliarden Euro hinzukommen. "Ich denke, dass Volkswagen am Freitag erklären wird, dass sie gut mit 'Formotion' vorankommen", sagt Woller. "Die Frage ist nur, ob das Einsparziel ausreicht, um möglicherweise weiter sinkende Absatzzahlen, die Preissituation und die Währungskomponente damit auffangen zu können."

Rating Gesenkt

Mit eben diesem Hinweis auf ein möglicherweise nicht ausreichendes Sparziel hatten zuletzt vor knapp zwei Wochen die beiden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's die Einstufungen der Kreditwürdigkeit des Konzerns gesenkt und gleichzeitig einen negativen Ausblick vergeben. Spekulationen um weitere geplante Kosteneinsparungen haben seitdem die Gerüchteküche angeheizt. Personalvorstand Peter Hartz hatte unmittelbar vor den Werksferien bereits weitere Belastungen in Aussicht gestellt. Man werde "zusätzliche unbequeme Wege einschlagen müssen."

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