Ausblick auf den Automarkt 2001
Genfer Autosalon hat eröffnet

Trotz verhaltener Aussichten für die Autokonjunktur haben sich einige der großen europäischen Hersteller zuversichtlich über ihr Geschäft in diesem Jahr geäußert. Die deutschen Unternehmen präsentierten überwiegend Nischenmodelle.

Reuters GENF. Der Münchener BMW-Konzern kündigte auf dem Autosalon in Genf an, nach den Rekordergebnissen des Vorjahres Gewinn und Umsatz weiter steigern zu wollen. Die Daimler-Chrysler AG gab am Dienstag einen um 8 % gesteigerten Absatz von Pkw der Marke Mercedes in den ersten beiden Monaten bekannt. Die europäischen Ableger der US-Konzerne GM und Ford berichteten von steigenden Marktanteilen.

Auf der Messe in Genf stellten viele Hersteller neue Nischenmodelle wie Cabrios oder leistungsstarke Fahrzeuge vor. Der zu Ford gehörende Hersteller Jaguar enthüllte sein neues Einsteigermodell "X-Type", das der 3-er-Reihe von BMW oder der Mercedes C-Klasse Konkurrenz machen soll.

Viele Marktforscher erwarten, dass der europäische Pkw-Markt in diesem Jahr - gefördert durch eine leichte Erholung in Deutschland nach dem Einbruch im Vorjahr - allenfalls um 1 % wachsen dürfte. Andere Marktbeobachter gehen dagegen von einem möglicherweise sogar erheblichen Marktrückgang von bis zu 5 % aus. Bei einer solchen negativeren Entwicklung rechnen Finanzexperten vor allem bei Herstellern wie Fiat, Opel oder Ford mit weiteren Belastungen, nachdem Massenhersteller bereits im Jahr 2000 stark unter der schwachen Marktentwicklung gelitten hatten.

Opel will Marktanteile zurückgewinnen

Der Europa-Ableger von General Motors strebt nach Angaben von GM-Europe-Präsident Michael Burns an, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Im vergangenen Jahr hatte GM im Europageschäft ohne Einmaleffekte einen Verlust von umgerechnet knapp 550 Mill. DM verbucht, die deutsche Tochter Opel hatte einen Betriebsverlust von 982 Mill. DM erwirtschaftet. Der stellvertretende Opel-Chef Wolfgang Strinz kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an, in diesem Jahr solle der Marktanteil von Opel im Inland auf 12,6 bis 13 % steigen, nachdem er im Vorjahr auf 12,2 % gesunken war. Wann Opel wieder Gewinne machen werde, ließ er offen. "Unser Hauptziel ist es, das Ergebnis deutlich zu verbessern."

Ford rechnet in Europa nach eigenen Angaben für 2001 ebenfalls mit einem steigenden Marktanteil. Der für das Europa-Geschäft zuständige Vorstand David Thursfield sagte, dies dürfte sich auch positiv auf das Ergebnis auswirken. Die deutsche Ford-Werke berichtete für die ersten beiden Monate des Jahres ebenfalls von steigenden Marktanteilen im Inland. Im Jahr 2000 war der Marktanteil von Ford in Europa auf 10,8 von zuvor 11,7 % geschrumpft.

VW steigerte seinen Konzernabsatz bis Ende Februar um ein bis 2 % auf 753 000 Fahrzeuge. Mit Ausnahme der Nutzfahrzeuge und der Marke Seat hätten dazu alle Marken beigetragen, sagte Vertriebschef Robert Büchelhofer. In Deutschland sei der Absatz um 5 % gesunken.

BMW steigerte Absatz

BMW steigerte seinen Absatz in den ersten beiden Monaten des Jahres um 10 % auf 125 000 Fahrzeuge. Finanzvorstand Helmut Panke sagte Reuters, nach den Rekordwerten vom Vorjahr sollten Umsatz und Gewinn im Jahr 2001 weiter steigen. Auch in den USA erwarte BMW keine nennenswerte Abschwächung seines Geschäfts durch die merkliche Abkühlung der Autokonjunktur. "Wir sind sehr optimistisch, was die USA angeht." Im Jahr 2000 hatte BMW seinen Konzernumsatz um 2,8 % gesteigert, der Gewinn hatte trotz der Belastungen durch die frühere britische Tochter Rover den Rekordwert von 1997 von 1,293 Mrd.Euro übertroffen.

Daimler-Chrysler steigerte zum Jahresauftakt den Absatz von Pkw der Marke Mercedes bis Ende Februar um mehr als 8 %. Dazu hätten vor allem zweistellige Zuwachsraten in Großbritannien, Spanien und Frankreich beigetragen. Insgesamt soll die Pkw-Sparte der Marken Mercedes und Smart 2001 weiter wachsen. Im Jahr 2000 hatte die Sparte bei 43,7 Mrd.Euro Umsatz einen bereinigten Gewinn von 2,9 Mrd.Euro erzielt.

Neue Modelle

Auf der Automesse in Genf präsentierten die deutschen Hersteller vor allem Nischenmodelle. So stellte Opel sein neues Astra Cabrio vor, dessen Verkauf im März beginnen soll. BMW präsentierte das "Compact"-Modell der 3-er-Reihe, das dem Sportcoupe der Mercedes C-Klasse Konkurrenz machen soll. Volkswagen enthüllte den Passat mit Acht-Zylinder-Motor und 275 PS Leistung. Der mit Vierradantrieb ausgestattete Wagen soll in der zweiten Jahreshälfte zu Preisen ab rund 80 000 DM angeboten werden. Mercedes präsentierte eine um 17 Zentimeter verlängerte Version des Kompaktmodells A-Klasse. Neue Konkurrenten für den VW Golf stellten PSA Peugeot Citroen mit dem Peugeot 307 und Fiat mit dem Modell Stilo vor.

Eine der Attraktionen auf der Genfer Messe dürfte das neue Modell "X-Type" von Jaguar sein. Der mit Sechs-Zylinder-Motoren angebotene "X-Type" soll rund 65.000 DM kosten und im Frühsommer auf den Markt kommen. Der Chef der Luxusauto-Sparte von Ford, Wolfgang Reitzle, nannte den "X-Type" das "Alles-oder- Nichts"-Modell von Jaguar. Jaguar spekuliert mit einem Absatz von zunächst etwa 100 000 X-Type-Modellen pro Jahr. Dadurch soll sich der Gesamtabsatz bis 2003 auf 200 000 Fahrzeuge verdoppeln.

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