Ausblick auf den Handel
Händler erwarten Dax leichter

Die Prognose von Nokia und die schwachen Vorgaben aus den USA wirken belastend, so Marktteilnehmer.

rtr FRANKFURT. Belastet von einer gesenkten Umsatzprognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia dürften die deutschen Technologie-Werte Händlern zufolge auch am Donnerstag wieder den Deutschen Aktienindex (Dax) belasten."Nokia und die schwache Entwicklung in den USA trübt weiter die Stimmung ein", sagte ein Aktienhändler der Helaba. Die Marktteilnehmer seien zudem vor dem großen Verfallstermin von Optionen und Futures am Freitag, dem so genannten Hexensabbat, extrem nervös und investierten nur sehr kurzfristig. "(Längerfristig orientierte) Positionen kann man vor dem Verfall nicht mehr aufbauen, dafür ist die Situation zu unsicher."

Der Dax wird nach der vorbörslichen Berechnung verschiedener Handelshäuser zwischen 4335 und 4337 Punkten in den Handel starten. Am Mittwoch hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer 1,8 % verloren und bei 4354 Punkten geschlossen. Der Neue Markt, dessen Auswahlindex am Vortag 4,5 % nachgegeben hatte, wird Händlern zufolge rund ein Prozent leichter eröffnen.

Die US-Märkte hatten am Mittwoch - belastet von schwachen Geschäftsprognosen führender Technologiefirmen - deutlich nachgegeben und ihre Verluste nach dem Handelsschluss in Frankfurt noch verdoppelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte zuletzt 1,49 % und die Technologiebörse Nasdaq 2,99 % tiefer gelegen. TECHNOLOGIE-WERTE VERMUTLICH WEITER UNTER DRUCK

Vermutlich weiter unter Abgabedruck werden Händlern zufolge die Technologiewerte im Dax stehen. "Nokia wird Siemens, Infineon und Epcos wieder mal in Sippenhaft nehmen", sagte ein Börsianer. "Davon sind alle betroffen." Nokia hatte am Donnerstagmorgen seine Umsatzprognose für das zweite Halbjahr 2002 auf ein Plus von maximal zehn Prozent gesenkt. Bislang waren die Finnen auf Jahresbasis von einem Umsatzwachstum von mindestens 15 % ausgegangen. Damit senkt Nokia die Umsatzerwartung zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten. Dagegen bekräftigte das Unternehmen seine frühere Gesamtjahresprognose zum Pro-Forma-Gewinn je Aktie mit 0,83 ?. Wegen der über den Markterwartungen liegenden Gewinnprognose werde die Nokia-Aktie nicht kollabieren, sagte Nigel Cobby, Abteilungsleiter Europäische Aktien bei der Deutschen Bank in London.

Der Bundesrechnungshof hat nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" in einem internen Bericht an den Haushaltsausschuss Zweifel an der Immobilienbewertung der Deutschen Telekom geäußert. Bei der Neubewertung der Immobilien im vergangenen Jahr seien zwar die Grundstücke, nicht aber die Gebäude niedriger bewertet worden. "Das könnte die Aktie heute belasten", sagte ein Frankfurter Händler. Bereits am Vortag hatten T-Aktien deutlich schwächer bei 9,86 ? geschlossen.

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