Ausblick auf Gesamtjahr enttäuscht
Techem-Aktie erleidet Kursverluste

Kursverluste muss die Aktie der Techem AG, Frankfurt, am Donnerstag hinnehmen, nachdem der Energiedienstleister den Markt mit seinen Halbjahreszahlen und dem Ausblick auf das Gesamtjahr enttäuscht hat.

vwd FRANKFURT. Händler berichteten am Nachmittag von deutlich höheren Umsätzen als an normalen Handelstagen. Dabei falle vor allem auf, dass nicht nur Privatanleger, sondern auch große Adressen Titel abgäben. Als Spitzenreiter bei den Verlierern gibt die Techem-Aktie bis gegen 16.15 Uhr 9,2 Prozent auf 16,70 EUR ab.

Techem hatte am Berichtstag nicht nur die eigenen Prognosen für Umsatz und Ergebnis für 2001/2002 zurückgenommen, auch die Zahlen zum ersten Halbjahr waren am unteren Ende der Erwartungen geblieben. Beim Umsatz war Techem mit 174,1 (160,9) Mio EUR sogar unter den Prognosen von HSBC mit 176,2 Mio EUR und Commerzbank mit 176,4 Mio EUR geblieben. Beim EBIT wies Techem 11,2 (13,9) Mio EUR aus, HSBC war von 10,9 Mio EUR ausgegangen, die Commerzbank von 17,8 Mio EUR. Damit präsentiere sich das Unternehmen erneut enttäuschend, hieß es von Beobachtern.

Noch im April war Techem zuversichtlich gewesen. "Die negativen Überraschungen des ersten Quartals werden sich nicht wiederholen", versicherte der Vorstandsvorsitzende Dieter Dannheimer Mitte April im Gespräch mit vwd. In den ersten drei Monaten hatte Techem mit einem Umsatzanstieg von zehn Prozent die eigenen Erwartungen zwar übertroffen, das operative Ergebnis hatte sich dagegen in Folge von Sondereffekten nahezu halbiert. Zudem rechnet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (30. September) wegen zusätzlicher Investitionen nicht mehr mit einer Einhaltung seiner Gewinnprognose.

Der noch im April prognostizierte Gewinnanstieg vor Steuern und Zinsen um zwölf Prozent wird Unternehmensangaben zufolge nicht erreicht werden. Im gesamten Geschäftsjahr erwartet Techem nun ein EBIT auf Vorjahresniveau von rund 53 Mio EUR und ein Umsatzwachstum von acht Prozent auf rund 383 Mio EUR. Hauptgrund für die Rücknahme des Gewinnziels sei die nun anlaufende Vermarktung des neuen Hausautomationssystems "assisto" für Ein- und Zweifamilienhäuser, eines neuen Systems zur Temperaturregelung und Verbrauchserfassung.

Die Markteinführung mit neuen Vertriebskanälen sowie hohe Marketing- und Werbeaufwendungen würden dem Konzern zwar "mittel- und langfristig beste Absatzchanchen" eröffnen, kurzfristig jedoch ergebniswirksame Belastungen mit sich bringen, erläuterte das Unternehmen. Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, nun sollen auch Privathaushalte mit Ein- und Zweifamilienhäusern zur Zielgruppe gehören.

Nachdem der Markt den Titel bei hohen Umsätzen nach unten getrieben hatte, sehen erste Marktteilnehmer bereits wieder Kaufkurse. "Der Kurs hat mittlerweile ein Niveau erreicht, auf dem auch Käufe wieder in Erwägung gezogen werden sollten," hieß es.

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